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Warum ist das Unbewusste so bedeutsam in der Klinischen Hypnose?

Erst durch das Unbewusste werden Verbindungen zwischen dem expliziten Erfahrungswissen und dem impliziten, unbewussten Wissens- und Erfahrungsbereichen, aufgenommen. Dadurch können Verbindungen zu den in der Amygdala gespeicherten Gefühlsbereichen geschaffen werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Diese Gefühlsbereiche sind

1. Unabhängig von kritischer Evaluation suggerierter Inhalte (Gruzelier 2008)

2. Kognitive, imaginative und emotionale Aspekte sind unabhängiger als im expliziten Prozess (Diskonnektivität, Halsband 2004 )

3. Suggerierte Vorstellungen werden als quasireal erlebt (Kosslyn 2000)

4. Es besteht eine erhöhte psycho-somatische Durchlässigkeit der Suggestionen (Crawford 1989)

5. Bilder werden in Trance besser assoziiert  als im expliziten Prozess und besser als abstrakte Begriffe (Halsband 2004)

6. Handlungsmetaphern werden in Trance besser in körperliche Prozesse umgesetzt als Bilder oder abstrakte Begriffe (Scholz 2003, 2004 S. 429 ff) Es gibt eine Reihe von mehr oder weniger gut belegten Annahmen, die die implizite Verarbeitung favorisieren.

Warum sind die impliziten Prozesse so wirksam?

Implizite Prozesse ermöglichen in psychotherapeutisch wichtigen Such- und Umlernprozessen eine höhere Kreativität durch mehr Freiheitsgrade als das Alltagsbewusstsein es normalerweise zulässt; ihnen kommt das assoziative Suchen zustatten und sie erleichtern die Rezeption, Verarbeitung und körperliche   (unbewusste, ideomotorische) Umsetzung von Bildern. Um diesen Prozess aufrecht zu erhalten und therapeutisch zu nutzen, bedarf  es besonderen (heilwirksamen)  Grammatik der Formulierung von Induktionsinhalten. Das bedeutet, es werden keine logischen Verknüpfungen, sondern Anreicherungen in Form von therapeutisch bedeutsamen und hochwirksamen Aneinanderreihungen von Bildern, Themen, Suggestionen vorgenommen. Dadurch werden Erfahrungen emotional affektiv vernetzt, die man im Alltagsbewusstsein nicht erreichen und eher einschränken würde. Vorteil des Arbeitens mit unbewussten Systemen ist: dessen Arbeitsweise  läuft nach anderen Regeln ab, als die des bewussten Denkens, in der Form von Primärprozessen. Da diese Form der Informationsverarbeitung auf der einen Seite mit der des Alltagsbewusstseins teilweise inkompatibel ist, auf der anderen Seite ihre Ergebnisse unter. Umständen kreativer sind und daher zur Problemlösung beitragen können, ist es sinnvoll, die Inhalte der hypnotischen Bearbeitung nicht sofort nach den Kriterien des Alltagsbewusstseins zu analysieren und bewerten. Vielmehr bedarf es einer gewissen Inkubationszeit, bevor die unbewussten oder halbbewussten Lösungen mit dem Bewusstsein integrierbar sind. Das Unbewusste erhält gewissermaßen den Auftrag frei von Alltagszwängen zu arbeiten und die Ergebnisse später zu ratifizieren. Auf diese Weise werden nach dem Prinzip der Aktivierung von eigenen Suchprozessen im Sinne von ERICKSON wunschinduzierte, eigene kreative Möglichkeiten zur Heil-oder Problemlösung gefunden Das entspricht dem Schema von Lösungsprozessen. Es dient  der Umgehung festgefahrener kognitiver Strukturen, indem eine Veränderung mit Patienten zunächst auf einem unwichtig erscheinenden Nebenschauplatz initiiert wird, die aber aufgrund der Vernetzung eine Veränderung der Hauptproblematik nach sich zieht. Wenn z.B. eine Verschreibung des Symptoms unter leicht veränderten Bedingungen gelingt - etwa zu Beobachtungszwecken - dann tritt ungewollt eine Veränderung der Haltung gegenüber dem Symptom ein, indem es kontrollierbarer wird. Wie kann man mit solchen impliziten Variablen arbeiten? Auf der zentralen Ebene wäre es möglich, beim Tumorpatienten zu suggerieren, es könne der Wachstumsvorgang des Tumors beendet werden, weil der Auftrag abgeschlossen sei. Weitergehend kann man suggerieren, dass im Körper ein gesundes Urprogramm existiere, das dem Patienten von Geburt an mitgegeben wurde, das aber durch die Lebensstürme ein wenig verwischt und nicht mehr gut lesbar sei. Es könne jedoch z.B. dadurch wieder entdeckt werden,

Und warum funktioniert das nun wieder so heilsam?

Weil jede Vorstellung, jeder Gedanke, jede emotional bedeutsame Hoffnung, jeder Glaube unsere unbewussten und damit automatisch gesteuerten, subcortikalen Prozesse aktiviert und lenkt. Und damit sind wir bei der Frage: Können Gedanken unsere Gesundheit beeinflussen? Jetzt sollten Sie weiterlesen unter dem Button: Können Gedanken heilen?

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