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Dr.  Norbert  Göth  Dr.  N. Göth  Doz.  Dr.  Göth  Göth Köthen Bernburg Ostdeutschland Sachsen-Anhalt Psychotherapie Hypnose Hypnoseausbildung Hypnoseweiterbildung Hypnosefortbildung Hypnosegrundkurse Hypnosetagung Hypnosetherapie Hypnosebehandlung Hypnosepraxis Ich-Stärkung Selbstvertrauen Angstbehandlung Krebsbehandlung    Depression Immunologie Kinderwunsch Hypnoanalyse Verhaltenstherapie Psychosomatik Psychoimmunologie Traumatik Posttraumatik Neurobiologie Zahnarzthypnose Gynäkologie Hypertonie Kinderhypnose Sucht Hypnoselehrbuch Hypnoseindikation Forensik Sporthypnose Supervision Supervisor für Hypnose Spielsucht Computersucht Reizbarkeit Blitzhypnose Showhypnose Schluckstörung curiculare Hypnoseausbildung Certifiktat für Klinische Hypnose KBV-Anerkennung Lehrtheraupeut Hypnotherapeut

Das ist die offizielle Seite der Sektion Klinische Hypnose im Verband für Integrative Verhaltenstherapie am Institut für Verhaltenstherapie Brandenburg mit den angeschlossenen Regionalinstituten

Bis heute bleibt die hypnotische Analgesie ein Phänomen, dessen Erklärung nur unbefriedigend ist. Faszinierend ist, dass die hypnotische Analgesie streng auf jeden Körperbereich lokalisiert werden kann. Sie unterscheidet sich dadurch klar in der Wirkung zentral wirkender Analgetika (KLUMBIES 1978). Daher gleicht die hypnotische Analgesie mehr den Lokal - und Leitungsanästhesien, übertrifft diese aber in verschiedenen Möglichkeiten, wie es in der Behandlung des Phantomschmerzes deutlich wird. Besonders bei sehr starken Schmerzen entwickelt sich die hypnotische Analgesie im Verlaufe wiederholter Anwendung über Zwischenstufen von einer geringen zu einer immer stärker werdenden Hypalgesie. Besonders in Ernstsituationen entwickelt sich die hypnotische Analgesie zu einer effektiven Form der Schmerzbewältigung, so dass sie besonders im OP ihre höchsten Leistungen erreicht. Innerhalb einer experimentellen Situation, wie z.B. in der Ausbildung, ist die Analgesie zwar deutlich aber niemals voll wirksam. Darüber hinaus ist die Analgesie stark abhängig von der Hypnosetiefe. Das wird durch Untersuchungen von BARBER (1959) erhärtet. Andererseits ist die Analgesie nicht durch Placebo-Effekte erklärbar (SPANOS, PERLINI & ROBERTSON 1981, CLAUSER  und ARNOLDS 1960). SHARAV& THAL (1989) konnten sogar nachweisen, dass im Unterschied zur Placebo-Wirkung eine unter Hypnose durchgeführte Analgesie bei elektrischer Reizung der Zahnwurzel Schmerzunempfindlichkeit auftrat, während unter Placebos normale Schmerzsensibilität vorhanden war. Auch KLUMBIES nimmt daher an, daß die hypnotische Analgesie durch höhere Hirnzentren bedingt ist. Das Erleben der hypnotischen Analgesie ist bei Patienten und Auszubildenden ähnlich. Einige erleben den Schmerz ohne emotionale Auswirkung. Andere nehmen z.B. einen Einstich einer Kanüle wahr, so wie eine dumpfe Empfindung. Sie erleben aber so gut wie keinen Schmerz. Offensichtlich sind Berührungs - und Druckempfindungen voll wahrnehmbar, nur die eigentliche Nocizeption ist deutlich reduziert. Besonders solche Patienten, die den Körper nicht mehr fühlen können, deren Körperkonturen sich auflösen, die den Körper gefühlsmässig nicht mehr orten können, sind meist völlig schmerzfrei. Für sie gilt: wo nichts ist - da kann auch nichts wehtun. Das wirft die Hypothese auf, dass die beste Analgesie wohl dann vorliegt, wenn Leichtigkeit und Nicht - Mehr Fühlen - Können suggeriert wird. Das stimmt überein mit Befunden von KLUMBIES bei der Behandlung des Phantomschmerzes. KLUMBIES unterscheidet Phantomgefühl und Phantomschmerz. Phantomgefühle weisen einen Zusammenhang zu neurologischen Befunden auf. Bei einer kompletten Rückenmarksdurchtrennung haben alle Betroffenen Phantomerscheinungen. Diese sind um so stärker und anhaltender, je höher sie im betroffenen Segment liegen. Der Ausgangspunkt für solche Phantomempfindungen ist offenbar nicht in der Peripherie, sondern zentral in den motorischen Impulsen angeborener Bewegungsautomatismen zu sehen. Daher geht die hypnotische Analgesie von Phantomschmerzen einher mit Veränderungen im Phantomgefühl, wobei im Erleben eine Verkürzung des Phantoms zustande kommt. Je mehr in der Vorstellung verkürzt wird, desto mehr verschwindet der jeweilige Körperteil aus der Wahrnehmung. Andere interessante Untersuchungen zum Phänomen der hypnotischen Analgesie stammen von GHEORGIHIU (1973). Er prüfte die Frage, ob die hypnotische Analgesie ein Nebenprodukt der hypnotischen Amnesie ist. Obwohl nach den empirischen Untersuchungen eine posthypnotische Amnesie für Schmerzreize entstand, konnten sich die Patienten in der zweiten Hypnose nach Aufhebung der Amnesie gut an die Schmerzen in der ersten Hypnose erinnern. Die Patienten konnten darüber hinaus sogar die Einstichstelle der Injektion genau lokalisieren. Insgesamt erwies sich die in der ersten Hypnose suggerierte Analgesie bei allen Patienten als wirksam, auch bei denen, die keine posthypnotische Amnesie erhalten hatten. Bei schweren Schmerzzuständen ist es nötig, mehrere Analgesien durchzuführen. KLUMBIES (1978) beschreibt, dass er bis zu fünf Hypnosen im Abstand von zwei Tagen durchführte. Bei behandlungsbedürftigen, schweren Schmerzuständen erzielte er nach 14 Tagen im Durchschnitt, bei einzelnen Patienten nach 1 bis 56 Tagen, eine deutliche Analgesie. Es kam in seinem Patientengut sogar vor, dass er bis zu 100 Hypnosen konditionieren musste, bevor Schmerzlinderung eintrat. Die Analgesie, so KLUMBIES, fällte einem nicht in den Schoss. Sie muss anhaltend erarbeitet werden. Für eine wirkungsvolle Analgesie ist es nötig, mehrere Hypnosen durchzuführen, Analgesie muss trainiert werden. Auch für die Anwendung im OP und beim Zahnarzt ist es ratsam, vor grösseren Eingriffen mehrfach die Analgesie durchzuführen. Die Erforschung der Analgesie unter Hypnose verdeutlicht, daß das Erleben der Analgesie noch wirkungsvoller ist, wenn ganz spezifische kognitive Inhalte und gedankliche Imaginationen mit der Schmerzbehandlung verbunden werden. Die umfangreichsten Berichte über Operationen unter Hypnose stammen aus Indien (ESDAILE 1947/1954). Auch VOIGT berichtete darüber. Analgesie ist die Vorform der Anästhesie.

 Schon 1992 hatten Crawford & Gruzelier festgestellt, dass hochhypnotisierbare Vpn. Schmerzen deshalb besser kontrollieren könnten, weil ihr frontales Aufmerksamkeitssystem effektiver wirke und sich eingehenden Reizen leichter entweder zuzuwenden oder von diesen abzuwenden können. Hypnotische Analgesietechniken würden also diese inhibitorischen Prozesse im anterioren frontalen Kortex aktivieren, die es diesen Vpn. ermöglichen, eingehende Schmerzreize und Schmerzerinnerungen abwärts (‚top-down‘) zu hemmen. Diese hemmenden Prozesse wurden speziell für die Region links-frontal festgestellt. Auch Rainville et al. (1999) schreiben spezifischen hypnotischen Suggestionen die Fähigkeit zu, über die Aktivierung frontaler Regionen über ‘top-down’-Mechanismen eine Bedeutungsveränderung der wahrgenommenen Reize zu ermöglichen.
Diese ‘top-down’-Prozesse reichen möglicherweise bis weit in die Peripherie. Das würde erklären, dass durch hypnotische Analgesie auch ein „harter“ physiologischer Parameter signifikant reduziert werden kann, nämlich der R-III, ein nozizeptiver spinaler Reflex, der schon im Rückenmark umgeschaltet wird (Kiernan et al. 1995).

Demnach muss es einen anderen kognitiven Mechanismus für hypnotische Analgesie als den bekannten für die Aufmerksamkeitsablenkung geben. Dieser “andere” Mechanismus wird von den meisten Autoren in Hilgards (1989) Neodissoziations-Theorie gesehen. Danach können viele Hochhypnotisierbare gut dissoziieren, d.h. sie können bestimmte Teile oder Aspekte der Wahrnehmung von der kognitiven Verarbeitung abspalten bzw. ausgrenzen. Der Zustand der hypnotischen Trance begünstigt diese Fähigkeit, was bedeutet, dass hypnotische Trance die Wirkung von Analgesiesuggestionen bedeutsam erhöht.
 Schmerz. Zahlreiche Untersuchungen liegen zur Wirksamkeit der Hypnotherapie bei unterschiedlichen Schmerzstörungen vor. Montgomery et al. (2000, sie auch Peter 2005) fand eine durchschnittliche Effektstärke von d= 0,74, wobei 30% der Studien eine Effektstärke von 1,0 und mehr aufwiesen.
Hypnoanalgesie erwies sich nützlich bei Kiefergelenksscherzen (Stam, McGrath u. Brooke 1984), Fibromyalgie (Haanen et al. 1991), Spannungskopfschmerz (Melis et al. 1991, Spinnhoven et al. 1992), Krebsschmerz (Syrjala et al. 1992), Verbrennungsschmerz (Patterson et al. 1992, Wright u. Drummond 1999), intra- und postoperativem Schmerz bei Herz-, Bust-, plastischer, gynäkologischer OP und Angioplastie (Enquist 1997, Weistein et al. 1991, Goldman u. Levey 1988, Mauer et al. 1997, Meuriss et al. 1999, Faymonville et al. 1997), bei Geburtsschmerz (Harmon u. Tyre 1990, Jenkins u. Prickhard 1993, Hüsken-Janssen 2001).

Auch wenn die Klinische Hypnose eine wirksame Therapie gegen den Schmerz allgemein ist, muss  jeder Schmerztherapeut darauf aufmerksam machen, dass Schmerzen, die nicht psychosomatisch ausgelöst werden, Folgen körperlicher Veränderungen sind und ein Ausschalten jeglicher Schmerzen unmöglich ist, es sei denn, man pumpt so viele Schmerzmittel in den Körper, wie möglich. Auch dann ist der Schmerz nur so lange abgeschaltet oder abgeschwächt, wie das Schmerzmedikament wirkt. Jeder Patient, der Schmerzen hat, wird lernen müssen zu akzeptieren, dass man mit dem Schmerz leben muss, dass es immer Zustände geben wird, in denen der Schmerz zunimmt oder abnimmt. Auch wenn es verständlich ist, dass jeder Schmerzpatient seine Schmerzen verlieren möchte, genauso unmöglich ist eine entsprechende Schmerzabschaltung ohne medikamentöse Therapie. Alle heutigen Ansätze einer effizienten Schmerztherapie nach körperlichen Erkrankungen gehen davon aus, dass  der Patient lernen muss, seine Schmerzen zu akzeptieren, mit seinen Schmerzen zu leben. Das ist aber nur möglich, wenn man den Grundsatz akzeptiert, dass man nur dann mit seinen Schmerzen leben kann, wenn respektiert wird:

- dass Wünsche einen realen Gedanken haben sollten, ansonsten gilt dass Sprichwort: “Hoffen und Harren macht Menschen zum Narren”

- dass der Schmerzpatient dennoch andere lebenswerte Lebensziele und Motivationen entwickelt

-dass er entspannen und seine Konzentration vom Schmerz abziehen kann, um diese den lebenswerten Zielen zuwenden kann. Jeder von uns hat die Erfahrung, dass Schmerzen dann nicht mehr zum Aushalten sind, wenn diese im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und man nicht mehr abschalten kann.

Auf der anderen Seite ist bekannt, dass das individuelle Schmerzerleben vieler Patienten verbunden ist mit kindlichen Traumen und bis in das späte Erwachsenenalter hinein dadurch beeinflusst wird.Dazu gibt es eine Reihe von Publikationen.Man sprichzt dann häufig von einer Stressinduzierten Hyperalgesie (SIH) als Folge von emotionaler Deprivation und psychischer Traumatisierung in der Kindheit

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