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Regression ist psychoanalytisch, statistisch und entwicklungspsychologisch zu definieren. Psychoanalytisch definiert Regression einen Abwehrmechanismus des Ich in Form eines Rückfallens des Verhaltens auf eine frühere Entwicklungsstufe als Folge frustrierender Erlebnisse. Entwicklungspsychologisch bezeichnet Regression das Zurückfallen in frühere Entwicklungsstufen, wobei diese nicht unbedingt in der Kindheit liegen müssen. Statistisch ist Regression die mathematische Annäherung einer empirischen Verteilung an das Stichprobenmittel. Psychotherapeutisch definiert man Regression als die therapeutisch notwendige Abhängigkeitsbeziehung des Patienten vom Therapeuten, über die therapeutisch wirksame und motivierende Informationen von Therapeut zu Patient fliessen können. Die Regression ist so lange nötig, bis der Patient mit Hilfe der therapeutischen  Interventionen seine volle Eigenständigkeit erreicht und den Therapeuten mit seiner Therapie nicht mehr benötigt. Da Abhängigkeit in späteren Phasen die  Eigenständigkeit des Patienten behindert, muss sie aufgelöst werden. Man kann sich den therapeutischen Prozess der Regression so vorstellen, als würde ein Kind innerhalb einer Familie allmählich  heranwachsen. Die Familie ist notwendig für das Heranwachsen, aber irgendwann behindert sie den Heranwachsenden und muss ihn frei in das eigenständige Leben hineingehen lassen.

In der Hypnose bezeichnet Regression die schrittweise Annäherung des Patienten an länger zurück liegende Phasen der eigenen Entwicklung, zu denen unter normalen Bedingungen gedächtnismässig und erlebensorientiert der Zugang erschwert bzw. verschlossen ist. Schwerpunkt der hypnotischen Regression ist das Wiedererlebenin möglichst allen Sinneskanälen und die erlebnismässige Rekonstruktion der damaligen Stationen des eigenen Lebens.

      Überraschenderweise zeigt sich, dass viele früheren Erlebnisse, von denen man nichts mehr ahnt, die vergessen oder verdrängt worden sind, unter Hypnose plötzlich wieder aktualisiert und  rekonstruiert werden können. Offenbar sind die meisten Erfahrungen im Gedächtnis gespeichert, so dass die Existenz eines gefühlsbezogenen Gedächtnisses wahrscheinlich ist. Was ist das Besondere an der hypnotischen Regression?

      1. Die Regressionserlebnisse sind eindeutig abhängig von der Hypnosetiefe

      2. Die während der Hypnose verbalisierten Inhalte sind nicht typisch kindlich,

         sondern deutlich „erwachsen“

      3. Es sind nur einzelne Worte typisch kindlich im Ausdruck

      4. Durch Dialogregie des Therapeuten können detailhafte Beschreibungen in Form und Farbe von spezifischen Gegenständen aus der Kindheit und über Situationen erstellt werden.

      5. In tieferen, fraktionierten, Hypnose können einzelne Bilder oder bewegte Szenen wie in einem Film beschrieben werden. In geringeren Hypnosetiefen entstehen nur topographische Ausschnitte im Erleben, die man von Fotos aus der Kindheit kennt.

      6. Während der Regression treten typisch kindliche Bewegungen im Zusammenhang mit dem Wiedererleben der Situation aus der Kindheit auf. Die sind von aussen beobachtbar, bleiben dem sich in Hypnose Befindlichen aber weitestgehend unbewusst.

      7. Während der Regression treten mit speziellen Bildern typisch kindliche Gefühle und Affekte auf, die dem Einzelnen in der Regel erst nach der Hypnose durch das Gespräch bewusst werden.

      8. Nach der Regression beschreiben alle Personen den inneren Regressionsprozess, der auf verschiedenen Ebenen abläuft. Mal erlebt die betreffende Person die regressive Situation mit den Augen eines Erwachsenen, als würde er von heute auf damals herunter schauen, dann ist er wieder unmittelbar in der Situation. Mal überlegt er, ob es so war, dann ist er sich wieder sicher, dass es so war. Die Regression stellt sich als ein Prozess dar, in dem verschiedene Bewusstheitsebenen miteinander kommunizieren. Das rückt die Wahrscheinlichkeit der Theorie von HILGARD in den Mittelpunkt.

      10. Mit jeder Wiederholung wird die Regression detailhafter.

      11. Nach der Hypnose kann sich die Person an jede Einzelheit des Erlebens erinnern. Es ist eine visuelle Erinnerung mit affektiven Erlebnisäquivalenten.

      12. Mit dem Übergang in kindlich regressive Phasen erhöhen sich von außen deutlich sichtbar Herz- und Pulsfrequenz. Mit Hilfe der hypnotischen Regression lassen sich frühe kindliche Erlebnisse und Erlebnisse in allen vorangegangenen Lebensphasen rekonstruieren.

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