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Den bisherigen Erfahrungen nach gibt es wohl kaum eine Therapie, die so schnell und wirkungsvoll zu einem deutlichen und andauernden Beschwerdeabbau führt, wie die Therapeutische Hypnose bei zahlreichen Psychosomatischen Erkrankungen. Man spricht in Fachkreisen von einer psychosomatischen Durchlässigkeit für Hypnose.

Auf der einen Seite wirkt das Setting, die intensive Zuwendung, die der Psychosomatisch erkrankte Patient mit der Hypnose erfährt. Damit erfolgt Entlastung.

Da ist auf der anderen Seite die stillschweigende Akzeptanz der Alexithymie und die Gewissheit, dass er nicht über emotional Belastendes sprechen muss.

Nicht selten bricht besonders bei Psychosomatikern nach einigen Hypnosesitzungen eine Sperre auf. Sie reagieren dann mit deutlicher Symptomreduktion und Worten, wie z.B.:“ Herr Doktor, ich muss mal mit Ihnen über etwas reden, was mir schon lange zu schaffen macht“. Eine solche Stelle kennzeichnet den Übergang zu einer persönlichkeitszentrierten Psychotherapie, so dass die Hypnose als eine Symptomlösetechnik zu interpretieren ist und eine Brücke zum Patienten herstellt und dieser plötzlich Zugang zu inneren Nöten und Qualen findet. Erfolgt in solchen Fällen ein Übergang in ein anderes Therapiesystem, sollte mit Einverständnis des Patienten die Hypnose eingestellt werden, da nicht mit einem therapeutischen Vorgehen aufdeckend und mit einem gleichzeitig bestehenden anderen Therapiesystem zudeckend gearbeitet werden kann. So etwas wäre therapeutischer Unsinn, denn Psychotherapie ist eine zielgerichtete Intervention. Obwohl wir zu den einzelnen psychosomatischen Symptomen an späterer Stelle noch differenzierte Aussagen machen werden, sei bereits hier angedeutet, dass die Arbeit mit Psychosomatikern differenziert zu sehen ist. Während der eine Teil der Patienten bereits nach einigen Hypnosesitzungen beschwerdefrei sein wird (in den meisten Fällen dauerhaft), muss ein anderer Teil fast phasenhaft in verschiedenen Therapieschritten geführt werden. Näheres dazu im erwähnten Buch. Der Hypnosebehandlung zugänglich sind alle psychosomatischen Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des gastro-intestinalen Funktionskreises, der Gynäkologie und des Muskelsystems sowie einer Reihe psychosomatisch verankerter Hauterkrankungen.

Die Wirksamkeit von Hypnose zur Reduktion der schmerzhaften Symptome bei Colon irritabile in nur wenigen Sitzungen (7 – 12) ist gut dokumentiert (Whorwell et al. 1984; Heuser 2001; siehe auch Abschnitt 8 dieser Expertise). Hypnose wird von psychosomatischen und gastroenterologischen Expertenkommissionen inzwischen als empirisch validierte Behandlungsform des medikamentös therapierefraktären Reizdarmsyndroms angesehen (Löw et al. 1998; Drossmann et al. 1999; Jones et al. 1999).

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