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  • Psychoimmunologie und Psychoonkologie sind im letzten Jahrzehnt stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit und Forschung gerückt. Es gibt eine Vielzahl von Belegen dafür, dass zumindest einige karzinogene Erkrankungen psychogene Wurzeln haben könnten. Auch die in Anlehnung an das Stressmodell entwickelte Krebspersönlichkeit (vgl. WEITZ 1983) mit den Kennzeichen: mangelnde Verarbeitung belastender Lebensereignisse, erhöhte soziale Anpassung, übermäßige Hilfsbereitschaft, erhöhtes Verantwortungsbewusstsein, übermäßiger Fleiß ist inzwischen stark erschüttert worden. Nach WEITZ hatten Krebspatienten 6-18 Monate vor der Diagnosenstellung gravierende emotionale Verletzungen erlitten. Wir wissen andererseits, daß solche Gefühle wie Hilflosigkeit und Bedrücktheit zu einer verminderten Immunwirkung führen können, indem der Endorphinspiegel gesenkt wird und damit im Zusammenhang stehend, offenbar weniger Killerzellen im Körper erzeugt werden. Wenn wir die bisherigen Ergebnisse der Psychoonkologie gebührend zur Kenntnis nehmen, so können wir unter Akzeptanz der Einschätzung der empirischen Ergebnisse der Psychoimmunologie von folgenden Grundaussagen ausgehen:
  • a) Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass psychosoziale Faktoren im Prozess der Karzinogenese beteiligt sind. Wie stark und in welcher Weise, ist aber bisher nicht angebbar.
  • b) Nur Frauen mit Brustkrebs scheinen dem Klischee der „Krebspersönlichkeit“ im Sinne von WEITZ zu entsprechen. Nahezu alle simplen Vorstellungen über die Psychogenese von Krebserkrankungen sind zwischenzeitlich entfallen (SCHWARZ 1993).
  • c) Die psychotherapeutische Betreuung von Krebskranken ist in vielfacher Weise sinnvoll. Aus der onkologischen Forschung ist bekannt, dass Hoffnungslosigkeit den Krankheitsverlauf verstärkt und beschleunigt, Querverbindungen zwischen Metastasierungen und psycho- immunologischen Faktoren zumindest in Tierversuchen bestätigt wurden (FRISCHENSCHLAGER et al. 1992), Krebspatienten gern allein mit der psychischen Belastung zurecht kommen wollen und schon von daher das Angebot einer Psychotherapie sinnvoll ist. Krebspatienten haben eine hohe Leugnungstendenz, lassen sich nicht so schnell erschüttern lassen und daher ist auch die Arbeit mit dem Umgang der Erkrankung oder an der Aufrechterhaltung lebensbejahender Einstellungen für den Verlauf der Erkrankung sehr bedeutsam. Patienten berichten zum Beginn der Krebserkrankung vor allem Angst vor einem fortschreitenden Tumor, Unruhe und innere Anspannung, während bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf depressive Symptome zunehmen. Frauen geben i. d. R. höhere Werte emotionaler Belastung und eine höhere Beeinträchtigung durch die Narbenbildung an als Männer. Die gleichzeitig analysierten immunologischen Parameter deuten auf eine Korrelation zwischen immunologischer Aktivität und affektiven Faktoren. So ließ sich bei der Versuchsgruppe im Gegensatz zur Kontrollgruppe im Serum nach sechs Monaten ein signifikant stärkerer Anstieg der NK- Zellen sowie der zytologischen Aktivität aktivierter Killerzellen einerseits und einer Abnahme der Helfer- T- Zellen (CT4) messen. Als Beispiel neuerer Forschungsergebnisse wurden im Jahre 1990 Mutationen auf den Genen BRCA1 und BRCA2 lokalisiert (HALL et al.1990, NAROD et al.1991), die bei Frauen mit Brust- und Ovarialkrebs prädisponieren. Auf Mutationen des BRCA1 sind zwischen zwei Prozent und 4%  Brustkrebsfälle zurückzuführen, für einen weiblichen Träger des BRCA1- Gens beträgt das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, ca. 80 bis 90 % und ca. 40 bis 65 % für eine Erkrankung an Ovarialkrebs. In einer neueren Studie von STRUEWING et al. 1997 wurde das Risiko lediglich mit ca. 56% bei Brustkrebs und ca. 16 % für Ovarialkrebs bis zum 70. Lebensjahr beziffert.
  • Festgestellt werden konnte, dass diese Genmutationen auch zu einem erhöhten Risiko für Kolonkrebs und bei männlichen Mutationträgern zu einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs führt. Leider ist es dennoch so, dass  bisher keine sichere Voraussage eines genetisch determinierten Krankheitsrisikos möglich ist, da jede genetisch determinierte Erkrankung ihre eigenen Besonderheiten hat und davon abhängig ist, in welchem Alter die Krankheit ausbricht, wie gravierend sie ist, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und mit welcher Wahrscheinlichkeit das Auftreten vorhergesagt werden kann
  • Neue Forschungen zum Entstehen des Gebärmutterhalskrebses stellen heraus, dass dieser vor allem durch einen Virus von unbeschnittenen Männer übertragen wird. Der Virus wirkt sich genmutierend in den weiblichen Zellen aus. Besonders bei jungen Mädchen kann durch Impfung  eine Immunisierung erzeugt werden. Dennoch können nicht alle Risiken ausgeschlossen werden. Der heute im Umlauf befindliche Impfstoff wurde durch die Pharamfirmen sehr hoch gespielt. Wir wissen  noch nicht, wie hoch die Immunisierung tatsächlich ist. Unbekannt ist bis heute, wie lange diese anhält und warum 30% der geimpften weiblichen Personen nicht immunisiert werden,
  • Insgesamt kann man davon ausgehen, dass das Immunsystem zwar von psychischen Faktoren abhängig ist, aber kein spezifischer Nachweis darüber existiert, dass diese auch spezifisch eine Krebserkrankung auslösen können. Die Psyche bedingt gesundheitsschädigendes Verhalten (Rauchen, Alkohol usw.) und erhöht dadurch sekundär das erhöhte Krebsrisiko. Systematische Untersuchungen können einen leichten Zusammenhang zwischen Depression und Krebssterblichkeit nachweisen. Depressive Krebspatienten sterben in der Regel früher als nichtdepressive Patienten. Depressive haben generell ein größeres Krankheitsrisiko und eine ungünstigere Prognose. Wir sollten uns daher mit allen Formen einer unkritischen Haltung zur Psychogenese der Krebsentstehung auseinander setzen (vgl. BATSCHKUS 1994).
  • Mehr als jede andere Krankheitsdiagnose ist die Mitteilung einer Krebserkrankung beim Patienten und Angehörigen mit intensiven Belastungen verbunden. Im Vordergrund stehen starke Ängste vor Einsamkeit, Verlust von Familie und Freunden, vor Schmerzen, Identitätsverlust, Verlust der Selbstkontrolle und vor behandlungsbedingten Nebenwirkungen. In den Phasen der Anpassung an die Krebserkrankung wie initialer Verarbeitung der Diagnose, Bewältigung von Rezidiven sowie Konfrontation mit Sterben und Tod sind neben der Realitätserfassungen Abwehr- und Verdrängungsstrategien wichtige Hilfsmittel bei der Krankheitsbewältigung. Die Tatsache, dass Immunsuppression und Immunkompetenz klassisch konditioniert werden können, sowie zahlreiche empirische Belege über den psychologischen Einfluss auf die Krebserkrankung, eröffnen die Möglichkeit, durch ökologische Interventionen den Krankheitsverlauf zu beeinflussen (ADER and COHEN 1993, HERBERT and COHEN 1993). Sie sind geeignete Maßnahmen, Krebspatienten in ihrer Auseinandersetzungen und Anpassung an die lebensbedrohliche Erkrankung unter Respektierung und eventueller Stabilisierung individueller Abwehrmechanismen zu unterstützen. Weitere Ziele sind eine Verminderung negativer Affekte wie Verunsicherung, Entfremdung, Isolation, Verlassenheit, Ängste, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, depressive Verstimmungen, eine Minimierung von Fehlinformationen und Missverständnissen sowie die Kontrolle behandlungsbedingter Beschwerden die Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. In der Psychotherapie sind emotionale Unterstützung, Beratung und Empathie als zentrale therapeutische Hilfsmittel anzusehen. In vielen Untersuchungen z. B. GREER et al. 1992, SPIEGEL et al.19989, FAWZY 1994 ergeben sich Ergebnisse derart, dass durch psychotherapeutische Beeinflussung von Krebspatienten eine um viele Jahre längerer Lebenserwartung entsteht als bei unbehandelten Patienten. Hypnose gehört als Entspannungsverfahren zu den ältesten Therapieverfahren, die bei Krebserkrankungen angewandt werden. Bisherige Untersuchungen belegen, dass Hypnose bei Krebspatienten zu verbessertem Selbstwertgefühl, Selbstkontrolle, und Zuversicht führten. Damit kann erreicht werden, dass belastende Gefühle ausgedrückt und Bedürfnisse gegenüber nahen Angehörigen direkt geäussert werden können. In einer Studie von BERTI, HOFFMANN und MÖBIUS ((1993) wird herausgestellt, dass es keine validen Prädiktoren dafür gibt, aus psychodynamischer oder psychosozialer Sicht den Krankheitsverlauf einer Brustkrebserkrankung vorauszusagen. Bestenfalls lassen sich aus empirischer Sicht Untergruppen von Mammakarzinompatientinnen erstellen, die völlig entgegengesetzte Merkmalsstrukturen aufweisen. In allen Studien wird aber die Bedeutsamkeit der Art der Abwehrstrukturen herausgestellt. Eine ausgeprägte Rigidität in den Abwehrformen deutet auf Schwierigkeiten der Bewältigung der Erkrankung hin und ist verbunden mit einer Häufung konflikthafter Erlebnisinhalte. Dieses wiederum ist für den Krankheitsverlauf wenig hilfreich. Verleugnung und Intellektualisieren der Abwehr gehen mit einer Hemmung aggressiver Gefühle einher und erzeugt eher passive, hilflose, sich ausliefernde und depressive Tendenzen, die der aktiven Krankheitsbewältigung entgegenwirken.
  • Daher hat die Hypnose wie alle anderen psychotherapeutischen Verfahren die Aufgabe zur Ermutigung und Einbeziehung aller Ressourcen der Persönlichkeit zur Krankheitsbewältigung, in dem unter Ruhe Abwehr und Intellektualisieren aufgelöst werden.
  • Hypnose bei Krebspatienten verfolgt die gezielte Beeinflussung von Schmerzen, eine Reduktion von emotionalem Stress, den Abbau von Ängsten. Sie richtet sich auch auf den Abbau von Missempfindungen wie Übelkeit und Brechreiz. Wenige Sitzungen können Häufigkeit, Dauer und Intensität der Symptome signifikant reduzieren. Akute  Schmerzen und Ängste vor medizinischen Eingriffen können durch schmerzbezogene oder problemorientierte Suggestionen kontrolliert werden. Bei chronischen Tumorschmerzen wird mit Analgesie  im schmerzhaften Körperteil über Zwischenschritte wie Kühle und Kribbeln suggeriert. Standardverfahren ist dabei die Handschuh- Anästhesie Zur Effektivität der Hypnose- Behandlung von Tumorschmerzen liegen häufig unkontrollierte Studien vor. Wir können allerdings davon ausgehen, dass besonders Krebspatienten durch die Hypnose- Behandlung profitieren.
  • Neueste Forschungsergebnisse haben nicht nur ein drittes, vererbbares Gen für Brustkrebserkrankungen (BRCA3) nachgewiesen, sondern auch deutlich gemacht, wie wichtig hormonelle Faktoren für die Brustkrebserkrankungen sind, sonder auch hormonelle Risiken ausschalten kann, wenn bei Frauen mit nachweisbaren familiär vererbten Genen für eine mögliche Krebserkrankung durch Entfernung der Ovarien das Risiko für eine Brustkrebserkrankung weitgehend reduzieren.
  • In der Darmkrebsforschung wurde die Hypothese untersucht, wonach Darmkrebs durch eine wechselseitige Beeinflussung von Ernährungsbesonderheiten und Darmviren entstehen könnte. Deshalb empfehlen einige führende Onkologen auch Umstellung und Umdenken bisheriger Ernährungsbesonderheiten (z.B. fleischlose Ernährung, vegane Ernährung usw.).
  • Bekannt ist, das immunologische  Veränderungen viröse Infektionen begünstigen und damit  bestimmte Viren eine Krebserkrankung begünstigen oder hervorrufen können. Damit kommt  einer immunologischen Störung größte Bedeutung zu.
  • In allen neuesten Studien wird deutlich, dass Sport und körperliche Aktivität das Erkrankungsrisiko für Krebs reduzieren können.
  • Die allerdings wichtigste Erkenntnis kommt aus dem Bereich neuropsychologischer Forschungen. Diese bringen einen entscheidenden Nachweis dafür, dass alle Gedanken und Gefühle eines Menschen eine entsprechende neurobiologische bzw. neurophysiologische Veränderung bewirken, dass nichts, aber auch gar nichts, ohne eine entsprechende körperliche Veränderung verbunden ist. Negative Gedanken, Befürchtungen, Angst über eine bestimmte Zeit hinaus, Zweifel und Argwohn bilden somit eine ernstzunehmende Wurzeln krankmachender Orientierungen. Das ist in allen psychoonkologischen Studien nachgewiesen worden und gehört damit zu den allgemein anerkannten nationalen und internationalen Orientierungen in den Krebszentren.
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