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Der Forschungszuwachs in der PNI (Psychoneuroimmunologie) zeigt im Resultat:

  • Zytokine, Peptidhormone und Neurotransmitter sind gemeinsame Signalmoleküle, die auf eine Reihe von gemeinsamen Rezeptoren einwirken. Gleiche Botenstoffe wirken somit auf intrapsychische Regulierung und intersystemische Kommunikation. Die Hypophysen- Hpothalamus- Nebennierenachse sowie die Innervation des lymphatischen Gewebes durch das autonome Nervensystem wird als der Weg angesehen, auf dem die Kommunikation zwischen den Systemen verläuft.
  • Stress, Depressionen und Verlusterleben erzeugen eine Immunsuppression: ZNS und peripheres NS erkennen kognitive Stimuli, die in chemische Informationen umgewandelt werden und die ihrerseits von Rezeptoren des Immunsystems erkannt werden und zu entsprechenden Immunreaktionen führen BLALOCK 1994, BALLIEUX 1992, LAIDLOFF et al. 1994.

Lernprozesse beeinflussen (negativ /positiv) die Funktion des Immunsystems, je nachdem welches Medikament im Lernprozess konditioniert wurde( ADER 1985, BUSKE- KIRSCHBAUM 1992, GOREZYNSKI 1987, KLOSTERHALFEN und KLOSTERHALFEN 1983, LEVINE et al. 1985, 1988, THOMASON et al.1992).

Die Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass der Mensch in der Lage ist, körperliche Erkrankungen durch kognitiv - affektiv - psychisch gesteuerte Prozesse zu beeinflussen. Einen solchen Verdacht erwecken zumindest Erkrankungen auf der Basis von Über - und Unterfunktionen. Es gibt bisher  allerdings keinen empirischen Beleg für die positive Umkehrung dieses Effektes. Belege stammen immer nur aus individuellen Fallbeschreibungen. Diese gibt es aber vielfältig. Wir wissen also nicht, ob auf statistischer Ebene überhaupt jemals positive Korrelationen zwischen positiven, psychosozialen Parametern und erwünschten Veränderungen des Immunsystems nachweisbar sein werden.

Ein derartiger Rückschluss ist auch aus den Ergebnissen der Forschung zu Allergien des Atmungs-und Hautsystem zu entnehmen. Nachgewiesen wird z.B., dass es unmöglich ist, eine Rhinitis auf spezifische Pollen psychisch zu erzeugen. Die Umkehrung ist aber möglich. Wir können die chronische Rhinitis mit psychischen Mitteln lindern Das würde uns auf die Bedeutsamkeit der Krankheitsverarbeitung hinführen, auf die individuellen Bewältigung von Beschwerden und Erkrankungen. Die bisherige Immunforschung lässt den Schluss darauf zu, dass affektive Parameter der Persönlichkeit stärker mit Parametern des Immunsystems korrelieren, als kognitive Parameter. Angst, unterdrückte Gefühle, Kränkung, Verlusterleben u.ä. verändern und beeinflussen das Immunsystem offenbar stärker als Gedanken. In allen Untersuchungen entsteht die Schlussfolgerung, daß Psychoimmunologie mehr ist als nur Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Stress und Immunsystem. Viel zu wenig wurden bisher die bidirektionalen Verbindungen zwischen Psyche, Stress, Nerven - und Immunsystem untersucht (BESEDOWSKY& REY 1991, SCHULZ 1991). Mit anderen Worten: Wenn wir Betrachtungen zwischen Immunsystem und Psyche anstellen, müssen wir fordern, dass nicht nur der Zusammenhang zwischen auslösenden psychischen Faktoren und dementsprechende Veränderungen des Immunsystems untersucht werden.  Darüber hinaus ist es bedeutsam, Untersuchungen darüber zu erstellen, in denen der Effekt der individuelle Krankheitsverarbeitung - und Bewältigung auf Veränderungen des individuellen Immunsystems geprüft wird. Derartige Erkenntnisse sind empirisch bisher kaum vorhanden. Wenn wir uns mit der Hypnose in einen solchen „unbekannten“ Raum hineinbegeben, gehen wir Folge dessen von Hypothesen aus und sollten auch nicht enttäuscht sein, wenn unsere Annahmen nicht immer praktisch aufgehen. Wir wissen aus Ergebnissen der Live-event-Forschung, dass viele Erkrankungen im Zusammenhang stehen mit belastenden Lebensereignissen und dementsprechenden belastenden Gefühlen. Und das ist natürlich auch der Knackpunkt der bisherigen Forschung. Es gibt kaum Untersuchungen beim gesunden Menschen. In zahlreichen Untersuchungsansätzen steht der kranke Mensch im Vordergrund, bei dem bereits das System Psyche - Körper gestört ist. Wie wollen wir damit Zusammenhänge beim gesunden Menschen untersuchen? Wie können wir andererseits das größte Spektrum unterschiedlicher individueller körperlicher und psychischer Regulationen beim gesunden Menschen empirisch abbilden? Auch die psycho -immunologische Forschung leidet am Problem der Beziehung zwischen Einzelfall - und Gruppenforschung. Wir können die vorliegenden Forschungsergebnisse der Stress, - Live -event - und Immunforschung natürlich auch so interpretieren, dass deshalb keine Belege für einen positiven Zusammenhang zwischen Psyche und Immunsystem gefunden wurden, weil die entsprechenden Forschungsansätze aufgrund der mangelnden Abbildbarkeit individueller psycho -physiologisch - immunologischer Prozesse und einer ungenügenden Kenntnis komplexer Zusammenhänge überfordert sind. Das würde uns in die Richtung der Aussage von WATZLAWICK bringen, dass Theorie nur einen Bezugsrahmen dafür liefert, was wir tun, nicht aber, was wirklich existiert.

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