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Traumatisierende Erfahrungen werden sensuell, kontextuell und episodisch im Gedächtnis gespeichert und sind zum Teil sprachlich nicht mitteilbar. Nach RAUCH (1996) kommt es offenbar im linkshirnigen Broca- Zentrum , das für die Übersetzung persönlicher Erfahrungen in Sprache verantwortlich ist, zu einer signifikanten Abnahme von Sauerstoff- Verarbeitung. Die sprachlich nicht mitteilbaren Erfahrungen werden nicht verdrängt, sondern sind dissoziativ abgespalten und nicht bewusst. Diese sog. Peritraumatische Dissoziation stellt eine wichtigen Prädiktor für die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung dar, und so kommt es in der unmittelbaren psychotherapeutischen Arbeit darauf an, eine Verbindung zu dem semantisch- deklarativen Gedächtnis herzustellen, also das Ziel, dass der Patient sein Trauma entwickeln kann, ohne so von Affekten überschwemmt zu werden, dass ein Persönlichkeitszerfall entstehen kann. Deshalb steht die Vermittlung eines Sicherheitsgefühls für den Patienten an erster Stelle der Therapie. In der Therapie kann es zu situativ ausgelösten Flashbacks kommen, also Nacherinnerungen, die so heftig sind, als ob sich die Patienten in der realen Situation befinden würden. Der sprachliche Ausdruck unterliegt dem Gesetz der Abfolge, er kennt keine Gleichzeitigkeit. Wir müssen daher das im Moment Passierte zu einem sprachlichen Nacheinander verwandeln.

Ein weiterer wichtiger Hirnbereich für PTBS ist der locus coeruleus. Er wird durch trauma- bezogene Erinnerungsspuren aktiviert und signalisiert dem Körper eine Notfallsituation, die nicht da ist. Die linke Hemisphäre ist unfähig, das Notfallsystem herunter zu fahren. Oft wurde festgestellt, dass es rechtshirnig zu einem Anstieg der regionalen cerebralen Durchblutung kommt, während in der linken präfrontalen Region und im Broca- Zentrum eine deutliche Minder- Perfusion entsteht. Diese Asynchronie zwischen beiden Hirnhälften, auch in EEG-Aufzeichnungen nachweisbar, wird dafür verantwortlich gemacht, dass traumatische Erinnerungen nicht integrativ verarbeitet werden können. Die Dissoziationen führen dazu, dass Erinnerungen an Traumata anfänglich als sensorische Fragmente bestehen, die nicht unbedingt sprachliche Komponenten haben müssen und jederzeit wiederbelebt werden können. Die sensorischen Elemente des Traumas gelten als Auslöser für die Rückblenden (Flashbacks). Die Integration gelingt nicht, weil die extrem hohen emotionalen Erregungen fragmentiert sind, mit dem Trauma empfindungsmäßig in Verbindung stehen, nicht zu einem integrierten Ganzen verarbeitet werden können. IN Übereinstimmung mit den praktischen Erfahrungen in der Klinischen Hypnose untermauert auch U. HALSBAND (2004 im Druck) aufgrund der neuesten neuro- biologischen Aufgaben die Erkenntnis, dass Klinische Hypnose ein wissenschaftliches und wirksames Behandlungsverfahren zur Behandlung posttraumatischer Störungen ist. Damit entkräftet sich der Alleinanspruch der EMDR- Therapie einziges Verfahren zur Behandlung traumatischer Störungen zu sein. Dahinter steckt offenbar die Annahme, dass viele EMDR - Therapeuten keine Ausbildung in der Klinischen Hypnose besitzen. Auch EMDR erzeugt einen Trancezustand, in dem gearbeitet wird. Der Vorzug der EMDR-Therapie ist, dass diese sofort im Anschluss eines Traumas wirksam eingesetzt werden kann, während die Hypnose eher für die Behandlung bei posttraumatischen Störungen geeignet ist.

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