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Für die Klinische Hypnose sind die Forschungsergebnisse von Daniel Kahneman (USA) sehr bedeutsam. Er ist der einzige Psychologe weltweit, der für diese Forschungsergebnisse den NOBEL-Preis bekam (allerdings für Wirtschaft). Nach ihm sind zwei Systeme im menschlichen Hirn zu unterscheiden;

System 1 und System 2 steuern nach Kahneman unser Verhalten.

System 1: Intuition. Dieses erzeugt ständig Absichten, Eindrücke und Gefühle

System 2: Vernunft. Selbstkontrolle und Intelligenz

System 1 kann nie abgeschaltet werden, wir können es nicht daran hindern, sein “Ding” zu machen. System 2 dagegen ist faul, behäbig und springt nur dann an, wenn es unbedingt sein muss. Bewusstes Denken ist aufwendig, deshalb leisten wir es uns seltener. Das langsame, bewusste Denken ist harte Arbeit und verbraucht chemische Ressourcen im Gehirn, der Körper kommt in Aufruhr, der Herzschlag beschleunigt sich, Schweißdrüsen treten in Aktion, die Pupillen weiten sich.

Aus diesen Ergebnissen können wir die Schlußfolgerung ableiten, dass unser Hirn ständig bemüht ist, eine Energieoptierung herzustellen. Da zwischen 70 und 80 % der gesamten im Körper erzeugten Energie im Hirn verbraucht wird, schaltet sich so bald und so schnell wie möglich das unbewusste Denken mit seinen Gedankenketten ein. Deshalb ist es so schwierig, aus diesem Gedanken herauszutreten, weil das mit nur mit dem bewußten und  somit anstrengenden und energiereicheren Ressourcen möglich ist. Es ist anzunehmen, dass die Klinische Hypnose deshalb so wirksam ist, weil während der Hypnose unter anderem im energieoptimierten psychischen Zustand gearbeitet wird.

Ein weiteres Experiment ist interessant: Ärzte, die bei ihren Patienten eine Darmspiegelung durchführten, wurden darum gebeten, nach Abschluss der Behandlung zu warten, bis sie den Schlauch wieder aus dem Darm herausziehen. Die Prozedur verlängerte sich also für die Patienten. Doch verbesserte sich unerwartet deren Bewertung und Erleben der Darmspiegelung. Für alle Bewertungen sind offenbar nur zwei Dinge entscheidend:

Was waren die Höhepunkte ( die schlimmsten oder besten)?

Wie ging es aus, wie war das Ende?

Sobald man den Ort der Episode verlässt, wird die Bewertung im Hirn abgespeichert. Alle Experimente mit Menschen und Tieren zeigen vergleichbare Ergebnisse.

Was am Ende bewertet wird, unterliegt nur dem Moment der intensivsten Wirkung, wie lange es dauerte, wird gelöscht, auch die zugehörigen Bilder und Erlebnisse. Therapeutisch erwünschter Worte erzeugen therapeutische Wirkungen, ohne dass diese in diesem Moment als wirkungsvoll erlebt werden.  Unter Hypnose können verschiedene Verbände von Nervenzellen nicht mehr miteinander kommunizieren. Betroffen sind zum Beispiel Neuronen-Verbände, die unterscheiden, ob der Reiz als kurz und pulsierend empfunden wird oder früher schon einmal erlebt wurde. Für diese Dissoziation ist das Frontalhirn verantwortlich: Unter Hypnose scheint die Kommunikation zwischen solchen Netzwerken, die einzelne Reizaspekte bearbeiten, abgeschaltet zu werden. Wenn der Hypnotiseur schließlich seinen Patienten zurückholt, schaltet das Frontalhirn den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Netzwerken wieder ein, und alles wird wieder normal erlebt.. Durch die Deaktivierung des Thalamus kommt es zu dem "unkontrollierten" Entgegennehmen von Suggestionen bzw. die Suggestionen können ohne große logische Analyse direkt ins Unbewusste fließen. Ebenso zeigt diese Untersuchung eine hohe Verwandtschaft zwischen Schlaf -und Einschlafprozess und der Hypnose. Kann die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen Einfluss auf sein Immunsystem haben?

Gehen optimistische Menschen nicht nur mit einer positiveren Lebenseinstellung durchs Leben, sondern auch gesünder? Psychologen der Roehampton University in London, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sowie der Techniker Krankenkasse (TK) haben in einer gerade veröffentlichten Studie nachgewiesen, dass optimistische Studierende unter Prüfungsstress weniger anfällig für Infekte der oberen Atemwege sind als ihre weniger positiv denkenden Kommilitonen. ...

 US-Forscher fanden heraus, dass bestimmte Hirnareale beim Gedanken an gute Freunde besonders aktiv sind.  Die Ergebnisse weisen den Forschern zufolge darauf hin, dass soziale Nähe wichtiger bei der Einschätzung anderer Menschen ist, als geteilte Interessen. ....

Die beruhigende Wirkung von Naturszenen spiegelt sich im Gehirn wieder: Szenen vom Meeresstrand bewirken eine verstärkte Synchronisierung bestimmter Hirnbereiche und erzeugen einen angenehmen Entspannungszustand €“ Bilder von vielbefahrenen Straßen zerstören diesen Effekt hingegen wieder. Diesen Zusammenhang konnte ein internationales Forscherteam mithilfe von Hirnscans zeigen. Mit dieser Methode ließe sich möglicherweise generell erfassen, wie entspannend Menschen ihre Umgebung wahrnehmen, sagen die Wissenschaftler. Daraus könnten sich wichtige Informationen für die Gestaltung von öffentlichen Plätzen und Gebäuden ergeben.. Die Ergebnisse bestätigen die Eingangsthese: Die optimistischen Hochschüler empfanden ihre Prüfungsphase nicht nur als weniger stressig und psychisch belastend, sie wiesen auch weniger Erkältungssymptome auf. "Die Optimisten betrachten die Stressphase eher als Herausforderung, die sie engagiert angehen, was sie eher beflügelt und deshalb besser vor stressbedingten gesundheitlichen Belastungen schützt. Im Gegenzug empfinden Pessimisten die Prüfungsphase als schwer zu bewältigen, sie investieren mehr Energie, um den Stress zu händeln und sind dadurch deutlich anfälliger für Infektionskrankheiten", so Prof. Claus Vögele von der Roehampton University.. Erregende Nervenzellen werden benötigt, um Gedanken im Gehirn weiterzugeben.


Hemmende Neuronen können jedoch die Weitergabe der Signale zwischen ihnen unterbinden und so Gedanken stoppen. “€žDie hemmenden Gehirnzellen sind wie ein Priester, der sagt: "Tu das nicht'", erläutert Calvetti. Während die erregenden Neuronen Signale mit Hilfe des Botenstoffs Glutamat übermitteln, schütten die hemmenden Nervenzellen das Signalmolekül GABA aus, das den Effekten von Glutamat entgegenwirkt. Die Astrozyten wiederum sorgen dafür, dass das ausgeschüttete GABA und das Glutamat wieder €žeingesammelt und recycelt werden. Dabei verbrauchen sie große Mengen an Sauerstoff €“ und dies führt wiederum zu einem verstärkten Blutfluss und einem erhöhten Energieverbrauch im Gehirn. Insgesamt ist ein überraschend hoher Aufwand erforderlich, um die hemmenden Prozesse aufrechtzuerhalten. Dies könnte auch erklären, warum es häufig so anstrengend ist, sich zu entspannen und an nichts zu denken, erläutert Daniela Calvetti. Zwar handelt es sich bei der Untersuchung bisher um reine Grundlagenforschung. Allerdings könnten solche Simulationen langfristig auch praktischen Nutzen haben: Viele Gehirnerkrankungen sind in einem frühen Stadium schwer zu diagnostizieren, sie sind jedoch häufig mit einem veränderten Energieverbrauch des Gehirns verbunden. “€žWenn man weiß, welcher Energieverbrauch die Norm ist, könnte man solche Erkrankungen in Zukunft schneller und leichter erkennen”, sagt Cojan. Die für die Bewegungssteuerung des Armes zuständigen Nervenzellen sind allerdings bei hypnotisierten Personen genauso aktiv wie bei wachen Menschen. Das lässt den Rückschluss zu, dass die Paralyse, die bei Hypnotisierten auftritt, weniger eine Hemmung dieser Motoneurone ist. Sie sind aktiv,   aber die Verbindung zwischen den "befehlenden" Nervenzellen und den Nervenzellen, die die Befehle an die Muskeln weitergeben, scheint während der Hypnose unterbrochen zu sein. Zudem sei auch während der Entspannung der Precuneus besonders aktiv. Diese Hirnregion ist seit etwa zehn Jahren bekannt und wird von einigen Forschern als ein besonders wichtiger Teil des "Bewusstseinsnetzes" gefeiert, dem Nervennetzwerk also, ohne das unsere Aufmerksamkeit und unser Selbstbewusstsein ausgelöscht sind. Damit ist zumindest eindeutig bestätigt, dass Hypnose mit Schlaf nicht viel zu tun hat €“ denn wenn wir schlafen, ist auch der Precuneus kaum aktiv. Auch bei Wachkomapatienten rührt sich der Prenuceus nur wenig. Und: Wenn wir schlafen, sind unsere Bewegungsnervenzellen wenig aktiv “ anders” als bei den aktiven, aber nicht instruierten Bewegungsneuronen unter Hypnose. Durch die Abkopplung von den motorischen Ausführungsnervenzellen scheint es dem Gehirn besser möglich zu sein, sich "mit sich selbst" zu beschäftigen. Die Außenwelt wird weitgehend ausgeblendet, das Gehirn bleibt aber dennoch aktiv. Das erklärt auch, dass Hypnotisierte nach der Trance von einem intensiven Farbgefühl berichten.

New York (pte/28.06.2005/11:54) - Forscher der Cornell-University in New York haben festgestellt, dass Hypnose gewisse Hirnfunktionen nachhaltig beeinflussen kann. Gehirnscans, die mit Hilfe von Magnetresonanz angefertigt wurden, haben den Beweis geliefert, berichtet das Forscherteam um Amir Raz vom Weill Medical College der Cornell University ( http://www.med.cornell.edu) in der Online Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) (http://www.pnas.org) .

Der Versuch an 16 Freiwilligen, darunter acht gut Hypnotisierbaren, zeigte, dass Hypnose nicht nur das Verhalten wesentlich beeinflusst, sondern auch die Informationsverarbeitung im Gehirn stärkt. Unter Hypnose fanden sich signifikante Aktivierungsanstiege beidseits im Occipital-Lappen; diese Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass die erhöhten Aktivierungen im Sehzentrum unter Hypnose als Korrelat der vermehrten Einbeziehung visueller Vorstellungen zu interpretieren sind. Desweiteren fanden sich unter Hypnose vermehrte Aktivierungen im frontalen Cortex, in den inferioren frontalen Gyri. und im rechten anterioren cingulären Cortex. Zusätzlich fanden sich Aktivierungen im rechten anterioren superioren Temporalgyrus und der linken Insula.Imagination.

Im Rahmen einer Psychotherapie kann man deshalb gefühlsbetonte, optische Bilder bei vielen psychischen Störungen in der Klinischen Hypnose anwenden:

Für Patienten mit chronischen Schmerzen haben sich besonders positive Bilder (Strandszenen, Naturbilder, Spaziergänge, Urlaubsbilder) als hilfreich herausgestellt. Weitere hilfreiche Bilder können sein:

mentale Vorstellungen von seiner medikamentösen Behandlung (Spüren Sie die Kraft der medikamentösen Behandlung?)

mentale Vorstellungen von seinen Heilungskräften (..Ich will mich jetzt auf meine Gesundheitskräfte konzentrieren¦ eine heilsame elektrische Spannung im Körper spüren))

mentale Vorstellungen allgemein von Gesundheit zu entwickeln.  Alle Ergebnisse sprechen dafür, dass Hypnose mit eingebetteten posthypnotischen Suggestion einen Einfluss auf die Verbesserung der visuelle Wahrnehmungsleistung hat. Die Lernleistung verbessert sich unter Hypnose. Die Ergebnisse sprechen für die bildhafte Umsetzung und Lernleistung unter Hypnose.

Die Arbeitsgruppe um Giacomo Rizzolatti an der Uni Parma entdeckte die Spiegelneurone Mitte der 90-iger Jahre bei Untersuchungen an Menschenaffen. Das Ergebnis: Eine Untergruppe von Nervenzellen in der motorischen Hirnrinde (wo Bewegungen und Handlungen gesteuert werden),”feuerte” nicht nur dann, wenn ein Tier selbst zielgerichtete Bewegungen durchführte, sondern auch dann, wenn das Tier lediglich beobachtete, wie diese Handlungen durch einen Menschen ausgeführt wurden. Wenig später zeigte sich, dass auch bei Menschen ähnliche Vorgänge im Gehirn ablaufen, wenn Handlungen einer anderen Person wahrgenommen werden. Ergebnis: Unser Gehirn spiegelt nicht nur die motorischen, sondern auch die mit Empfindungen verbundenen Aspekte einer beobachteten Handlung. Nach Rizzolatti werden diese Neuronen ”Spiegelneurone” bezeichnet. Menschen imitieren häufig unbewusst das Verhalten von Mitmenschen, sie gähnen z.B. Das geschieht vor allem dann, wenn ein gutes Einvernehmen besteht, dann werden besonders gern Körperbewegungen und Gesten nachgeahmt. Eine wichtige Spur neuronaler Spiegel-und Resonanzforschung betrifft die menschliche Sprache. Wenn wir einen Menschen sprechen hören, haben wir das Gesprochene in den meisten Fällen schon verstanden, bevor wir beginnen, über das Gehörte nachzudenken. Die Fähigkeit zum schnellen, präreflexiven Sprachverständnis beruht mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf, dass der Sprecher im Hörer Spiegelresonanzen hervorruft. Die Spiegelresonanzen des Hörers folgen denen des Sprechers mit einer Latenz von ein bis drei Sekunden.

Greg Stephens et al. (2010) ließen mittels der funktionellen MRT in einer vereinfachten Gesprächssimulation  den Sprecher eine Begebenheit aus seinem Leben erzählen und zeichneten dabei seine Hirnaktivität auf und spielten anschließend diese einem Zuhörer€ vor und maßen dessen Hirnaktivität, wobei sie nach zeitlichen und räumlichen Übereinstimmungen in den Gehirnen der beiden Probanden suchten. Tatsächlich fand sich eine umfangreiche Kopplung der beiden Gehirne, wobei nicht nur Hör- und Sprachzentrum ein voneinander abhängiges Aktivitätsmuster zeigten, sondern auch solche Areale, die für höhere kognitive Funktionen zuständig sind, wobei die meisten dieser Bereiche dabei im Verlauf der Erzählung beim Sprecher etwas früher aufleuchteten als beim Zuhörer, aber auch einige wenige Areale wurden beim Zuhörer schon zu einem Zeitpunkt aktiv, an dem sie beim Sprecher noch gar nicht arbeiteten. Vermutlich handelt es sich daher um eine Art Voraussage-System, das das Gehirn auf kommende Informationen vorbereitet. Unter den gekoppelten Arealen waren vor allem solche, die für soziale Aspekte von Kommunikation wie für die Einschätzung des emotionalen Zustandes beim Gegenüber zuständig sind, und hier wieder das schon für solche Untersuchungen anfällige Spiegelneuronensystem. Um der Empathie auf die Spur zu kommen, wirft sie mit Kernspin-Tomografen einen Blick in die Hirne von Testpersonen, die sie Situationen aussetzt, in denen man typischerweise empathisch reagiert. So beobachtete sie etwa, was im Gehirn eines Menschen passiert, dessen Partner einen Stromstoß in die Hand bekommt. Die Partner wussten vorher, wen es als nächstes treffen würde. Nach einiger Zeit konnte Singer mit ihrem Team eine lang gehegte Vermutung bestätigen: So wurden bei der Versuchsperson, die physisch keinen Schmerz empfand, dieselben Hirnregionen aktiv, wie bei dem Partner, der gerade einen Stromstoß bekam. Mitleid lässt Menschen also im wahrsten Sinne des Wortes mitleiden. Doch Singer fand noch mehr heraus: Sie  wandelte den gleichen Versuch ab, indem sie ihn mit mehreren Teilnehmern durchführte, die zuvor ein Spiel mit festgelegten Rollen spielen mussten. Einige mussten sich dabei immer fair verhalten, andere besonders fies spielen. Danach bekamen die Teilnehmer wieder Stromstöße in die Hand, per Kernspin-Tomograf wurden die Hirnaktivitäten überwacht. Das Ergebnis

 Während Männer nur Empathie mit den fairen Spielern empfanden, litten Frauen mit allen mit €“ wenn auch in schwächerem Maße mit den unfairen Spielern. Also:

Frauen scheinen somit wesentlich stärker geühlsmäßig beteiligt zu sein als Männer.

 

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