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Gibt es in dieser Hinsicht überhaupt Ergebnisse oder Daten, die für uns interessant sein könnten?

Die jetzt ( 2017) von der Nasa veröffentlichten, vorläufigen Ergebnisse deuten überraschenderweise darauf hin, dass die sogenannten Telomere, die sich am Ende von Chromosomen befinden, bei Scott Kelly während des Aufenthaltes im All länger geworden sind. €žDas ist genau das Gegenteil von dem, was wir erwartet haben, sagt die Strahlenbiologin Susan Bailey von der Colorado State University. Die Länge der Telomere wird von Forschern bereits seit Langem mit der Lebenserwartung eines Menschen in Zusammenhang gebracht. Im Laufe eines Lebens werden nämlich die Telomere immer kürzer. Sie sind gleichsam ein Indikator für den Alterungsprozess und können auch grob zur Bestimmung des Alters eines Menschen herangezogen werden. Telomere verbrauchen sich also, und irgendwann ist die Zellteilung nicht mehr möglich. Nach der Rückkehr von Scott Kelly aus dem All besaß er also längere Telomere als sein gleich alter Bruder Mark. Doch dieser Unterschied, und das ist die zweite Überraschung, hielt nicht lange an. Die Länge von Scotts Telomeren glich sich nach der Rückkehr auf die Erde recht schnell wieder der €žnormalen Länge wie bei seinem Bruder an. Die Forscher haben weder eine Erklärung für die Verlängerung der Telomere im Weltall noch für die Schrumpfung nach der Rückkehr. Die Forscher arbeiten bereits an einer Studie, mit der sich möglicherweise eine Erklärung für diesen Effekt finden lässt. Sie wird frühestens im Jahr 2018 fertig sein. Bis auf Weiteres werden die Anbieter von touristischen Weltraumreisen also noch nicht damit werben können, dass Reisen ins All lebensverlängernd wirken.

Längere Aufenthalte in der Schwerelosigkeit können bei Raumfahrern Veränderungen an Augen und Gehirn verursachen. Das zeigt eine Untersuchung von 27 Astronauten, die durchschnittlich 108 Tage an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) oder eines Space Shuttle verbracht hatten. Wie die Forscher der University of Texas in Houston im Fachblatt "Radiology" schreiben, ähneln die Veränderungen der sogenannten intrakraniellen Hypertension. Bei diesem Problem, das vor allem übergewichtige Frauen betrifft, steigt im Schädel aus bisher ungeklärten Gründen der Hirnwasserdruck. Dies kann etwa Kopfschmerzen auslösen oder die Sehnerven schädigen. Bisher war bekannt, dass Aufenthalte im Weltraum die Knochendichte und die Muskelmasse schwinden lassen. Nun untersuchten Forscher Gehirn und Augen von Raumfahrern per Magnetresonanztomographie (MRT). Auffällige Befunde fanden sie vor allem bei jenen Astronauten, die mehr als 30 Tage hintereinander in Schwerelosigkeit verbrachten. Bei jedem Dritten hatte sich die Hirnflüssigkeit im Bereich der Sehnerven ausgedehnt, bei gut jedem Fünften war die Rückseite des Augapfels abgeflacht und bei etwa jedem Siebten war der Sehnerv ausgewölbt. Außerdem fanden die Forscher bei elf Prozent dieser Raumfahrer Veränderungen der Hirnanhangdrüse, in der verschiedene Hormone gebildet und gespeichert werden. Die Auffälligkeiten könnten die Dauer von Reisen im Weltraum begrenzen, erklärte der an der Studie beteiligte Radiologe Larry Kramer. Auch die Nasa habe bereits Veränderungen des Sehvermögens bei manchen Astronauten festgestellt, kommentierte William Tarver vom Johnson Space Center der US-Weltraumbehörde die Studie. Die Ursache sei noch nicht geklärt. Die Nasa habe das Problem auf der Liste der Risiken für den Menschen hoch angesiedelt und werde die Situation weiter aufmerksam verfolgen. 28.000 Stundenkilometer schnell zu fliegen, 400 Kilometer hoch: Das fordert viel vom Organismus,  gerade weil er durch diese Geschwindigkeit schwerelos schwebt. €žAlles was nicht gebraucht wird, wird abgebaut€, erklärt Damann. Knochen, Muskeln, Immunsystem. Immunsystem funktioniert nicht mehr richtig.Genau hier liegen einige der drängendsten Fragen der Weltraummedizin. Dass das Immunsystem unter einem Aufenthalt im All leidet, darauf weist eine Nasa-Studie hin, bei der das Blut von 23 ISS-Astronauten untersucht wurde. Die Werte verschiedener Immunzellen im Blut von Astronauten veränderten sich demnach während eines sechsmonatigen Flugs, hieß es in €žNature. Auch die Funktion der T-Zellen, spezieller Immunzellen, wird demnach eingeschränkt. Die Veränderungen könnten die Gesundheit gefährden, schreiben die Autoren. Woher genau sie kommen, müsse noch geprüft werden. Neben der Schwerelosigkeit könnten auch Schlafstörungen, Strahlung oder die Enge Einfluss haben auf die Blutwerte. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) setzt eine Studie an einem anderen Punkt an: Zwölf gesunde Männer zwischen 20 und 45 Jahren sind zwei Monate lang bettlägerig, um Schwerelosigkeit zu simulieren. Astronauten verlieren ständig Knochenmasse

Ihre Betten werden zum Kopf hin um sechs Grad nach unten gekippt, die Körperflüssigkeiten verschieben sich in Richtung Oberkörper. Knochen und Muskeln am unteren Körper bauen sich ab. Bis zu 1,5 Prozent der Knochenmasse verlieren Astronauten pro Monat während der Zeit im All. Nicht allen ergeht es so, aber vielen. €žDas sind Prozesse, die in ähnlichem Umfang, nur viel langsamer, im Alter stattfinden und zu Osteoporose führen, sagt Stefan Schneider, Leiter des Zentrums für integrative Physiologie im Weltraum an der Deutschen Sporthochschule Köln. Die standardisierten und beschleunigten Bedingungen im All ermöglichten es, diese Prozesse zu verstehen. Dann könnten Experten Gegenmaßnahmen entwickeln, vor allem über Bewegung. Wissenschaftler erhoffen sich von Erkenntnissen über den Knochenschwund bei Schwerelosigkeit auch, irdische Probleme zu lösen,  wie eben zum Beispiel bei der Behandlung von Osteoporose. 70 Prozent der Astronauten klagen über Sehprobleme Die Knochen der Astronauten erholen sich nach den Missionen durch Training wieder, zumindest nach nur sechs Monaten Flug. Um aber etwas zu finden, das den Abbau gar nicht erst so stark werden lässt, macht im DLR-Test die Hälfte der Männer auf einem speziell gebauten Gerät mehrmals pro Woche ein Sprungtraining. Ebenfalls liegend. Zwei Stunden Fitness am Tag sind ohnehin schon jetzt Pflicht für die Crew auf der ISS. Zwei Stunden mit Federkräften und elastischen Gurten, um gegen den Schwund von Muskeln und Skelett anzutrainieren. Doch das ist meist nicht effizient genug. Der DLR-Test soll daran etwas ändern. An den Probanden verfolgen die Wissenschaftler aber auch in insgesamt 90 Experimenten Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Gleichgewichtssinns und der Augen. Die Sehkraft baut ab im All. Bei 70 Prozent der Astronauten, die ein halbes Jahr auf der ISS waren und älter sind als 50 Jahre, habe man Sehprobleme festgestellt, sagt Jörn Rittweger, Leiter der DLR-Weltraumphysiologie.

Experiment mit Zwillingen soll Aufschlüsse liefern

Die Brillen der Astronauten mussten danach angepasst werden. Wer noch keine hatte, bekam nun eine. €žDurch das Phänomen im Weltall hat man begonnen, Probleme auf der Erde aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, sagt Rittweger. Etwa den Grünen Star. Man gehe davon aus, dass die Augenkrankheit durch erhöhten Augendruck entsteht, den aber die Hälfte der Patienten nicht habe. Jetzt werde geprüft, ob und wie der Hirndruck beteiligt ist. Astronauten haben einen Zehn-Stunden-Tag: Wartung des 80 Meter langen und 45 Meter hohen Raumschiffs Öffentlichkeitsarbeit und Experimente. Ein einzigartiges Experiment läuft gerade. Die US-Amerikaner Scott und Mark Kelly sind Zwillinge. Scott lebt auf der ISS, er und der Russe Michail Kornijenko sind die ersten, die ein ganzes Jahr bleiben werden. Mark bleibt auf der Erde als optimaler Vergleichsproband. Die Crew hat 1200 Kubikmeter Platz zum Wohnen und Arbeiten und immer dieselben Leute um sich. Als privaten Ort haben die Astronauten nur ihre Schlafkoje. Sie ist so groß wie eine Duschkabine. Kosmische Strahlung macht womöglich unfruchtbar

€žEs kann zu psychosozialen Problemen kommen, wegen der Langzeitisolation, zum Beispiel wegen der multikulturellen Teamsphäre, sagt Schneider. €žRussen mit Amerikanern, das ist aktuell wegen der geopolitischen Situation nicht immer ganz einfach.  Vor allem aber fehlt der Kontakt zur Familie und zu Freunden. Künftig könnten die Reisen länger dauern als ein Jahr wie gerade bei Kelly und Kornijenko. Zum Beispiel 520 Tage. So lange soll eine Reise zum Mars mindestens dauern. Hin- und Rückflug, plus 30 Tage auf der Oberfläche des Planeten. Die europäische Raumfahrtbehörde Esa und die russische Roskosmos simulierten die Mission bereits, €žMars500 hieß das Experiment. Sechs Männer, eingesperrt in einem fingierten Raumschiff in der Nähe von Moskau. Die Nasa hofft auf den echten Flug in den 2030er Jahren. Die Esa setzt eher auf die Zeitmarke 2050. Die kosmische Strahlung während der langen Reise könnte viele Zellen der Astronauten zerstören, so eine Befürchtung. Mit Unfruchtbarkeit nach einer Mars-Mission sei daher zu rechnen, sagte der Weltraumhistoriker Christopher Riley von der englischen University of Lincoln der BBC.

Welche Schlußfolgerungen sind für die Behandlung mit Klinischer Hypnose abzuleiten?

1. Wir brauchen nicht lange simulieren, um uns vorzustellen, wie hoch die Stressbelastung der Astronauten (in Rußland  Kosmonauten, in den USA und Deutschland  Astronauten) in Vorbereitung, Startphase , im All und bei der Rückkehr zur Erde ist.

Stress und Schlafstörungen modifizieren das Immunsystem und erzeugen eine Immunsuppression. Offen bleiben die Fragen nach dem Zusammenhang von psychischen Beanspruchungen ( Stress) und Schwerelosigkeit im Zusammenhang mit den Teleomeren, dem Abbau der Knochendichte, der Zunahme des Hirndruckes und den damit verbundenen Augenerkrankungen und dem Sehvermögen sowie der Fortpflanzungsfähigkeit, also den hormonellen und chromosomalen Veränderungen.  Stresssenkung und Förderung des Schlafvermögens durch Klinische Hypnose hat nicht nur einen prophylaktischen Effekt, sondern offenbar einen immer häufiger nachweisbaren Zusammenhang zu immunologischen und hormonellen Prozessen im menschlichen Körper. Sicherlich kann man Stress auch durch andere Prozesse wie Sport und gesunde Lebensweise positiv beeinflussen.

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