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An anderen Stellen wurde in der Analytisch orientierten Psychotherapie in den letzten Jahren verstärkt über die MBT von FONAGY publiziert und diese theoretisch wie praktisch gut abgesicherte Theorie als eine bedeutende neue Errungenschaft und gleichzeitig als eine praktisch gut realisierbare strategische Konzeption der analytischen Therapiedurchführung anerkannt. Wir wollen an dieser Stelle nur auf die Folgen einer Störung der Mentalisierungsfähigkeit eingehen, und die Möglichkeiten darstellen, die sich für die Klinische Hypnose ableiten lassen. Folgen einer Mentalisierungsstärkung sind:

Inkohärente und unrealistische Selbst- und Fremdwahrnehmung

Mangelnde Subjekt-Objekt-Differenzierung

Fehlende Identitätssicherheit bis hin zur Dissoziation

Hohe Projektionsbereitschaft wegen fehlender Unterscheidung zwischen Phantasie und Realität

Beeinträchtigte Affektwahrnehmung

Ungenügende Spannungsregulation

Eine optimale Mentalisierung wird heute als „Immunsystem der Psyche (LECOURS &BOUCHARD 1997) interpretiert, denn sie absorbiert innere wie Äußere, stressreiche und traumatisierende Belastungen, indem es ihre Auswirkungen auf Leib und Seele auf verschiedenen Niveaus mental zu verarbeiten sucht.

Allgemeine Behandlungsstrategien:

Sicherheit vermitteln, sicheres Milieu herstellen, hyperaktive Bindungssysteme deaktivieren, Neugier vermitteln, Freude und Hoffnung erwecken

Explorationssysteme aktivieren

Identitätssysteme entwickeln

Mentalisierungsfähigkeiten fördern

Schlussfolgerungen für eine mentalisierungsoriente Therapieplanung:

Wie kann ich als Hypnotherapeut positive Bindungserfahrungen vermitteln?

1. In jeder Therapiesitzung sollte der Patient zu Dir positive Bindungserfahrungen machen, denn die meisten Patienten haben in ihrer Vergangenheit negative Bindungserfahrungen gemacht (Eltern, Partner, Vorgesetzte, Kollegen und Freunde).

2. Lass den Patienten spüren, dass seine Ängste und Nöte, seine Anliegen gut bei Dir aufgehoben sind.

3. Lass in der Therapiesitzung nie Hilflosigkeit erkennen, auch wenn Du Dich mal ratlos fühlen solltest.

4. Lass den Patienten immer wieder positive Erfahrungen nach seinem Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle machen.

5. Lasse den Patienten seine eigenen Entscheidungen treffen (wann, wie wo).

6. Suchen alle Möglichkeiten, um dem Patienten selbstwerterhöhende Wahrnehmungen machen zu lassen.

7. In jeder Sitzung sollte der Patient so viele wie möglich angenehme Erfahrungen machen können.

8. Denke daran, dass synaptische Veränderungen nur dann erfolgen, wenn sie anhaltend, intensiv und wiederholt werden.

9. Erkläre dem Patienten immer wieder, dass es nicht auf Wissen ankommt, sondern auf implizites Lernen, also auf intensive und wiederholte Bahnung. Alles muss automatisiert werden.

10. Sprich das Ziel immer wieder an und denke daran, dass die neuronalen Erregungsmuster auch in der Realität aktiviert und gebahnt werden müssen.

11. Vermeide häufigen Zielwechsel!

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