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Welche Erfolgschancen hat die Klinische Hypnose in der Behandlung von Süchten?

1. Alkoholabhängigkeit: Voraussetzung für die Behandlung mit Hypnose ist die vorausgegangene Entgiftung und Bereitschaft zur Abstinenz. Der Leidensdruck muss sein, was meist der Fall ist, wenn soziale oder materiell -finanzielle Folgen drohen oder das Trinken zum Zwecke der Angstreduktion erfolgte. Die Hypnose ist dann indiziert, um die Motivation zur Abstinenz zu stärken und den Suchtdruck durch Relaxation zu reduzieren. Die Hypnose sollte dann täglich mit CD`s zu Hause weiter geführt werden, weil unter entspannten Bedingungen auch der Suchtdruck reduziert ist. Patienten, die angetrunken in die Praxis kommen, sollten prinzipiell nicht behandelt werden. Unter diesen Voraussetzungen ist Hypnose mit Ich- Stärkungen ein Mittel der Wahl.

2. Substanzabhängigkeit: Es gelten die gleichen Bedingungen wie bei Alkoholabhängigkeit. Voraussetzung ist besonders nach Drogen- und Rauschmittelabusus die intellektuelle Unversehrtheit, die normale emotionale Ansprechbarkeit und der Verzicht auf weiteren Substanzmissbrauch. Besonders bei ehemaligen Drogenabhängigkeiten hört man dann häufig die Aussage:” Wenn ich vorher gewusst hätte, wie toll Hypnose ist, hätte ich niemals Drogen genommen ”.

3. Pathologisches Spielen: Die Motivation zur psychotherapeutischen Behandlung ist immer erst dann gegeben, wenn der Druck durch die Spielschulden so gross geworden ist, dass drastische Verschuldung eingetreten ist oder sozial- familiäre Folgezustände drohen. Im Hintergrund sind intellektuelle und sozial- kommunikative Ursachen einer Spielsucht abzuklären (Partnerkonflikte, Freizeitgestaltung). Auch bei der Behandlung der Spielsucht ist die Ich- Stärkung mit speziell gestalteten Instruktionen für die Abstinenz einzusetzen, wobei die Orientierung auf die Freizeitgestaltung mit im Vordergrund stehen muss.

4. Rauchen: Nur Bei Patienten mit dem Hintergrund einer organischen Erkrankung (Herzinfarkt, Herzoperation, Schlaganfall) sollte auf die Bezahlung der Therapie verzichtet werden. Sonst gilt: “Nur was teuer ist, taugt etwas”. Das ist auch der Grundsatz der alten Regel von FREUD: “ Der Patient muss etwas von sich selbst einsetzen, also die Therapie bezahlen”. Es reichen in der Regel 5 bis 7 Therapiesitzungen zur völligen Abstinenz. Voraussetzung ist der völlige Verzicht auf das Rauchen. Die Therapie- zu Hause mit Kassetten oder CD`s zu stützen - dient der Entlastung des Rauchdruckes. Daher muss die Motivation streng geprüft werden. Die in der Literatur zur Raucherentwöhnung angeführten positiven Motivationen und Instruktionen sind in den meisten Fällen wirkungslos. Besonders wirksam sind und bleiben negative Konditionierungen in Verbindung mit körperbezogenen Techniken.

5. Adipositas: Wie beim Rauchen ist die Bezahlung der Therapie zu prüfen. Da es grundsätzlich schwer ist, eine Sucht wegzunehmen, ohne diese mit einer anderen zu kompensieren, muss mehrgleisig gedacht werden, wenn es nicht um stressbedingte Adipositas geht, also lustbetontes Essen im Vordergrund steht.

a) Die meisten übergewichtigen Patienten haben keine Vorstellung davon, wie sie eines Tages aussehen könnten, wenn sie abgenommen hätten. Deshalb fehlen ideomotorische, also imaginative Vorstellungen, einer künftigen körperlichen Veränderung. Sie stehen vor dem Spiegel, sehen sich in der Übergewichtigkeit, lehnen die Körperfigur ab und sind dennoch  immer wieder imaginativ auf die jetzige Situation eingestellt. Sie festigen so den Ist- Zustand. Daher ist jede vernünftige Therapieplanung auf eine reale zukünftige imaginative Körpergestalt zu orientieren. Dazu könnten Bilder früherer Jahre von sich selbst dienen, in denen keine Übergewichtigkeit bestand. Ablehnung des Körpers ist daher kontraindiziert. Die Selbstakzeptanz der jetzigen   Situation ist nötig.

b) Die gesamte Therapie ist auf das Geniessen - Können von Speisen zu orientieren, dazu braucht man Zeit und das Einschalten aller Sinnesorgane wie Schmecken, Riechen, optische Zubereitung der Speisen.

c) Jede vernünftige Adipositas- Behandlung muss eine Ernährungsberatung einschliessen. Dazu sind Ernährungspläne und Essgewohnheiten zu kontrollieren und zu gestalten.

d) Die Essgewohnheiten der gesamten familiären Umwelt sind möglicherweise neu zu gestalten.

e) Alle Kreislauffunktionen sind zu aktivieren. Daher muss die Flüssigkeitsmenge im Körper erhöht werden, mehrmaliges tägliches Wasser- Trinken, mindestens 3 Liter pro Tag, ist zu motivieren. Dazu gehört die Körperbewegung in der Freizeitgestaltung, also aktive Bewegung und Sport oder Gymnastik.

f) Jede, auch die kleinste, Reduktion des Körpergewichtes, ist positiv zu motivieren.

Nur dann, wenn all diese Gesichtspunkte in die Instruktionen der Klinischen Hypnose eingebunden und realisiert werden, ist der Erfolg garantiert.      

6. Bulimie: Bei Erkrankungen dieser Art ist der Einstieg mit der Hypnose ohne weiteres zu empfehlen. Ziel ist es, auf der einen Seite mit Hilfe der Regression in der Hypnose den die Bulimie auslösenden Konflikt aufzudecken, von allen Seiten zu beleuchten und auf der anderen Seite Ich- stärkende Techniken wie z.B. die Körper- Ich- Stärkung einzusetzen, um eine Umorientierung vom Körper weg auf die Ressourcen der betreffenden Patientin zu erzeugen und die Selbstakzeptanz auf eine höheres Mass zu heben.

7. Anorexia: In der internationalen Hypnoseliteratur finden wir Hinweise darauf, dass die Klinische Hypnose auch bei anorektischen Patienten zum Einsatz kommen sollte. Ziel wäre z.B. die Reduktion der körperlichen Unruhe, die Reorganisation der krankheitswertigen Einstellungen. In Praxi ist allerdings feststellbar, dass die betreffenden Patienten nicht bereit sind, sich in die Abhängigkeit des Hypnosetherapeuten zu begeben. Daher können wir aufgrund unserer Beobachtungen feststellen, dass die Klinische Hypnose bei diesem Krankheitsbild leider versagte.

 

 

 

       

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