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Der in Hypnose Auszubildende wird bereits im Zustand von Trance 3 ganz überrascht sein, welche unbewussten Assoziationen auftauchen können, wie er in der Hypnose ganz plötzlich für viele Dinge eine ganz andere Sichtweise bekommt, welche Bedeutung gefühlsmässigen Zuständen zukommt und welche früheren Bilder aus dem Nichts auftauchen können. Dass es ein Unbewusstes gibt, ist für den im weitesten Sinne tiefenpsychologisch arbeitenden oder analytisch ausgebildeten Kollegen nichts Neues, da seine psychotherapeutische Arbeit dadurch täglich geprägt wird (vgl. Kap. 5). Das Unbewusste ist für diese Kollegen nichts Neues, auch dann nicht, wenn es um die Botschaft des Unbewussten geht und Probedeutungen nötig sind, um es zu verstehen. Daher einige Bemerkungen zu den stärker verhaltenstherapeutisch orientierten Kollegen. Aus den bisherigen Darlegungen wissen wir, dass besonders die Hypnose dazu geeignet ist, ursprüngliche Verdrängungen aufzuheben und den Widerstand dagegen aufzugeben. Wiedererleben schmerzhafter Ereignisse bleibt schmerzhaft. Diese Schmerzhaftigkeit erzeugt Affekte, weil so lange Dunkelheit und Vergessen auf dieser schmerzhaften Stelle lag, obwohl sie ständig weiter ihr „psychisches Gift“ erzeugt. Der Deckel des Vergessens muss angehoben werden, um das lange „Eingeweckte“ herausnehmen zu können. Das ist die Arbeit mit dem Unbewussten. Wie arbeitet man damit? Seit FREUD besteht das Prinzip darin, sich vor allem auf das Erleben zu konzentrieren,  in allen Einzelheiten müssen Freude, Trauer, Schmerz, körperliche Beschwerden wieder zugelassen werden. Das führt zur Katharsis. Und sie muss verbalisiert werden.  Das Erlebte muss nicht nur zugelassen und wieder erlebt werden. Es muss auch verbalisiert werden. Das in „Wortefassen“ des Psychischen, des Erlebten, ist das Bewusstwerden und zugleich ein Teil der rationalen Verarbeitung der ehemaligen kränkenden Erlebnisse. Nach dem Erinnern und dem Durcharbeiten kommt es zum Versuch einer Problemlösung. Soweit gut. Kein Analytiker wird mit der Hypnose Unbewusstes  aufarbeiten wollen. Das ist seit FREUD verpönt, nach dem er die Erfahrungen machen musste, dass Affekte in der Hypnose mitunter nicht mehr zu steuern sind und die unter Hypnose erzeugte Katharsis nicht ursächlich wirkt und an anderen Stellen wieder durchkommt. Aus praktischen Erfahrungen heraus möchte ich auch keinem verhaltenstherapeutisch orientierten Kollegen anraten, unter Hypnose mit Unbewusstem zu arbeiten. Aber dagegen ist in der Hypnose niemand geschützt. Ganz plötzlich ist es da, das Unbewusste mit all seinen Affekten und aufgestauten Gefühlen, mit den ursprünglich vorhandenen Gefühlsstürmen und entsprechenden körperlichen Reaktionen. Und dann gilt es für den Hypnotiseur die Ruhe zu bewahren, das eben Dargestellte zu beherzigen.

Den Affekt kommen und durchgehen lassen, den Patienten verbalisieren lassen, ihn führen, alle Gefühle zuzulassen. Niemals die Hypnose im Affekt zurücknehmen wollen, das wäre so, als würden sie aus einem fahrenden Zug abspringen wollen. Erst die Hypnose beenden, wenn alles verbalisiert worden ist. Sollten Sie diesen Ratschlägen nicht folgen wollen, bedenken Sie bitte auch, dass spezifische Widerstände gesund und lebenswichtig sind. Die Aufdeckung vergessener und nicht lösbarer Konflikte kann sehr schmerzhaft sein und dekompensierend wirken. Die Frage ist, ob Sie als Therapeut in der Lage sein werden, dem Patienten dafür einen Ersatz geben zu können. Das sollte Ihr oberstes Gebot sein! Insgesamt ist es sehr bedauerlich, dass in Deutschland die Kombination von analytischen Techniken und Hypnose verpönt ist, obwohl diese Kombination sehr wirkungsvoll ist, ein Grund schulenübergreifend auch darüber stärker als bisher nachzudenken. Es ist einfach erstaunlich, wie wirkungsvoll, diese technische Kombination ist. Ausbildung darin erhalten Sie als Approbierter in den Aufbaukursen.

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