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1. Welche Stufen der Hypertonie werden unterschieden?

I  Hoher Blutdruck ohne Anzeichen von Organveränderungen im kardio- vasculären Bereich

 II  Hoher Blutdruck mit Linksherzhypertrophie ohne Anhalt für andere Organschädigungen

 III  Hoher Blutdruck mit hypertonie- bedingten Organschäden

Danach bezeichnet man den normalen Blutdruck mit 120/80 mm Hg.  Das Risiko, infolge einer kardiovasculären Erkrankung zu sterben, steigt kontinuierlich sowohl mit der Höhe der systolischen, als auch mit der Höhe des diastolischen Blutdrucks an. Das durchschnittlich Risiko wird dabei bereits bei einem diastolischen Blutdruck über  85 mm Hg überschritten

Diagnostische Unterscheidung der Hypertonie:

Essentielle Hypertonie ohne  organisch erkennbare Ursachen

Symptomatische Hypertonieformen, die Komplikation organischer Erkrankungen sind (Niere, Nebenniere, Morbus Cushing  (Hypophysentumore))

2. Folgen der Hypertonie :

drei mal so viele Menschen versterben international an den Folgen der Hypertonie wie an Krebserkrankungen

l 20 % aller Menschen zwischen dem 20. und 80. Lebensjahr leiden an einer Hypertonie

l 80% der Hypertoniker sind essentielle Hypertoniker

l In Deutschland rechnet man damit, dass etwa  6,3 Mio Menschen an einer essentiellen Hypertonie leiden und 3,8 Mio an einer hypertensiven Herzerkrankung als Folge der Hypertonie

3. Ätiologie und Pathogenese der Hypertonie:

l Barorezeptorensystem der Niere

l Renin- Angiotensin –Vasokonstriktionssystem

(in den Nieren produzierte Proteinase, die Angiotensinogen zu Angiotensin umwandelt, damit ein wichtiges Glied zur Regelung des Blutdruckes und des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes ist. Bei Natriummangel, Minderdurchblutung der Niere und bei sympathischer Innervation kann es zu renalen Hypertonie kommen.)

l Nieren-Körperflüssigkeitssystem

l Chemorezeptorensystem

l Zentralnervöse ischämische Reaktion

l Vaskulärer Stress-Entspannungs-Mechanismus

l Kapillärer Flüssigkeitsveränderungsmechanismus

l Aldosteronrückmeldesystem (Renin-Angiotensin -System)

Genetische Faktoren der Hypertonie:

l Bei eineiigen Zwillingen ist das Risiko für gleich hohe oder höhere Blutdruckwerte im Vergleich zu seinem Bruder 2-3 mal so groß wie bei einem zweieiigen Zwilling

l Nachweisbare quantitative Beziehungen zwischen der Blutdruckhöhe bei Verwandten 1. Grades

l Nur 30% der Varianz beim systolischen und 63% der Varianz beim diastolischen Blutdruck sind Umgebungsfaktoren zuzuschreiben

l Offenbar besteht eine verstärkte kardiovaskuläre  Hyperreaktivität gegenüber Umgebungsreizen

l Genetische Prädisposition und biophysische Einflussvariable wie relatives Körpergewicht, Herzfrequenz, Alkoholkonsum, Blutzuckerwerte und Hämatokrit ( Gesamt- Erythrozytenzahl am Gesamtblut als Hämatokritwerte angegeben :normal bei Männern 43,2-49,2%, bei Frauen: 36,8%-45,4%) konnten 28-35% der Blutdruckvariabilität erklären

4. Ernährungsbedingungen für die Hypertonie:

Es besteht eine enge positive Korrelation zwischen Körpergewicht und Hypertonie (r=0,30)

Bei einer Gewichtsreduktion um 1 kg Körpergewicht kommt es in der Regel zu einer Blutdrucksenkung von 1-2 mm Hg systolisch und 1mm Hg diastolisch

Übergewichtige Patienten haben nach Gewichtsreduktion häufig normale Blutdruckwerte

Adipöse leiden häufiger an Hypertonie

Ursachen der Hypertonie bei Übergewichtigen:

 Erhöhte Bildung von Kortikoiden in der Nebenniere

 Verstärkte beta -adrenerge Ansprechbarkeit das kardiovaskulären Systems ( erhöhte Rezeptorenzahl unter dem Einfluss der erhöhten Schilddrüsenhormonspiegels)

 Kochsalzzufuhr

 Hyperinsulinämie und verminderte Glucosetoleranz (gesteigerte sympatische Reaktion stimuliert die Betarezeptoren der Pankreas und erzeugt eine stärke Insulinsekretion und verstärkt dadurch das Körpergewicht)

5. Soziale Ursachen der Hypertonie

l Stressverarbeitungskapazität

l Psychosoziale Belastung

l Arbeitslosigkeit

6. Situationshypertonie:

l Ereignisse, die emotional als bedrohlich, Kränkung oder Beeinträchtigung erlebt werden, gegen die man sich nicht zur Wehr setzen kann, können zur Hypertonie führen.

l Besonderheiten emotionaler Reaktionen (Gefühle kennen keine Vergangenheit, sie sind in vergleichbaren Reaktionen jederzeit reproduzierbar)

l Unter Zeitdruck treten Erhöhungen des arteriellen Blutdruckes, Beschleunigung der Herzfrequenz, vermehrtes Herzminutenvolumen und verstärkte Durchblutung der Muskulatur auf, während  Gastrointestinaltrakt und Nierendurchblutung sowie Hautdurchblutung abnehmen.

7. Weitere Ursachen der Hypertonie:

l Hyperreaktivität des hypothalamischen sympathischen Zentrums

l Lang anhaltende und häufig ausgelöste Blutdruckerhöhungen werden in den Arteriolen, den Widerstandsgefäßen aufgefangen und führen hier zu einer Hypertrophie der glatten Muskulatur. Die Muskelmasse nimmt zu, das Lumen der Arteriolen wird im Verhältnis zur dickeren Wandstärke kleiner. Das vergrößerte Wand/ Lumen- Verhältnis ist dann Grundlage für den erhöhten Widerstand bei voll ausgebildeter Hypertonie. Dadurch steigt der Widerstand bei Vasokonstriktion enorm an.

l Die Niere gleicht kurzfristige Blutdruckerhöhungen durch kurzfristige Druckerhöhung der Druckdiurese aus. Nur wenn die die Ausscheidungsfunktion der Niere auf eine ein höheres Blutdruckniveau eingestellt ist, kann dieser aufrecht erhalten werden. Unter Stress scheidet die Niere weniger Natrium aus und hält Flüssigkeit im Körper zurück.

l Besonders negativ wirkt im Falle emotionaler Belastungen die Möglichkeit zur muskulären Aktivität

l Es entwickelt sich eine permanente Abwehrbereitschaft der für die Veränderung der zentral integrierten autonomen Kontrolle des vaskulären Bereiches verantwortlich ist. Folglich entsteht ein erhöhter sympatikotoner Einfluss auf Herz- und Gefäßsystem

8. Nichtmedikamentöse Behandlungsansätze der Hypertonie

l Gewichtsreduktion

l Einschränkung der Kochsalzaufnahme

l Aufgabe des Rauchens

l Sportliche Betätigung

• Jeden Tag eine  Stunde flott gehen

• Gymnastik, die Herz und Atmung beschleunigen

• Ein Jahr lang sich bewegen

• Bereits nach wenigen Wochen ist eine Reduktion von 10mm Hg zu beobachten

• Positive Wirkung von Bewegung auf Stress, Gewicht und Cholesterin

l Reduktion von Alkohol

l Veränderte Essgewohnheiten

l Entspannung

l Abbau von Ärger

l Biofeedback

l Stressmanagementtechniken 

9. Stressverarbeitungsmodi

l Sowohl konstruktive Kontrolle als auch Verleugnung und Verdrängung wirken sich blutdrucksteigernd aus, wobei auf lange Sicht ein aktionaler Verarbeitungsmodi weniger schädlich auf die Blutdruckregulation wirkt

l Das permanente Vorhandensein von latenter Aggression, Unvermögen Ärger auszudrücken, Beziehungs- und Kommunikationsstörungen legen zunächst bei Hypertonie ein tiefenpsychologische Konzept nahe. Allerdings zeigen alle Untersuchungen, dass Entspannungstechniken die Methode der Wahl sind.

10. Wirkungen von Entspannungstraining

l Ein intensives Entspannungstraining (durchgeführt in wöchentlichen Sitzungen über 2 Monate hinweg und mit Kassettenübungen zu Hause) senkte den Blutdruck nach den Übungen deutlich. Er sank deutlicher als bei einer Kontrollgruppe, die eine medizinische Beratung und Anweisungen zu Essgewohnheiten, Gewichtsabnahme und Risikoberatung erhalten hatte.

l Entspannungstraining hat vor allem für diejenigen Patienten Sinn, die ein hohes sympathikotones Erregungsniveau haben.

l Patienten mit Bluthochdruck sollen lernen, die Erregbarkeit des sympathikotonen Erregungsniveaus durch ein Training der Muskelentspannung zu erlernen.

11. Psychotherapeutische Programme sind orientiert auf:

l Löschung von gelerntem Flucht- und Vermeidungsverhalten

l Stressbewältigungsprogramme

l AT

l PMR

l Meditation und Yoga

12. Klinische Erfahrungen und experimentelle Befunde zur Anwendung der Klinischen Hypnose:

  1. Behandlung mit Hypnose führt zum schnelleren und besseren Ansprechen auf Entspannung
  2. Während der Hypnose kommt es zur Reduktion der Blutdruckwerte
  3. Die Kombination der antihypertensiven Behandlung mit Hypnose ist die Methode der Wahl
  4. Die täglichen häuslichen Übungen mit Kassette oder CD als Ablationshypnose sind nötig
  5. Durch die die langfristige Behandlung mit Hypnose kommt es zu einer allmählichen Senkung der vegetativen Reizansprechbarkeit
  6. Hypnose ist effektiver als Autogenes Training allein, eine dem     entsprechende Kombination ist möglich
  7. Während der Hypnose sollte der Hypnotherapeut angenehme positive     Bilder im Sinne dissoziativer Vorstellungen suggerieren, wodurch die        sympatikoton ausgelösten Ängste ebenso allmählich reduziert werden     können
  8. Häufig kann nach kontinuierlichen Behandlungen und Übungen die Medikation reduziert werden
  9. Bei körperlich belastbaren Patienten ist eine Kombination von Bewegungsübungen, Ernährungsumstellung und Behandlung durch Hypnose vorzuschlagen

 

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