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  In Kriminalistik und unter strafrechtlich relevanten Bedingungen ( Forensik) kommt der Wert der Klinischen Hypnose in folgenden Fallgruppen zum Ausdruck:

  Unter Hypnose ist das

 a) Gedächtnis auch nach nur sekundenlangen Blickkontakten für eine Täterbeschreibung ausreichend abrufbar,

  b) kann eine Selbstwertstärkung und Entängstigung von Verbrechensopfern erfolgen,

  c )ist eine Rekonstruktion von Tatgeschehen und Begutachtung von Straftätern möglich.

  Zu beachten ist allerdings, dass „Aussagen “/ Erkenntnisse, die unter Hypnose erreicht worden sind, nicht gerichtsverwertbar sind, d.h. Grundlage einer Verurteilung sein können. Diese können allenfalls Ermittlungsansätze darstellen. Da im deutschen Strafrecht  grundsätzlich das Ergebnis der Hauptverhandlung (Mündlichkeitsgrundsatz) für eine Verurteilung maßgebend ist, sind im Regelfall Aussagen unmittelbar in der Verhandlung zu tätigen. Bei der Anwendung der Hypnose in der Forensik sind in Deutschland zudem die eindeutigen gesetzlichen Regelungen zu beachten:

   Zentral regelt § 136 a StPO (verbotene Vernehmungsmethoden) die Anwendung der Hypnose im Bereich der Strafprozessordnung und gilt damit für den gesamten Bereich der Strafverfolgung:

    § 136a StPO

         „(1) Die Freiheit der Willensentscheidung und der Willensbetätigung des Beschuldigten darf nicht beeinträchtigt werden durch Misshandlung, durch Ermüdung, durch körperlichen Eingriff, durch Verabreichung von Mitteln durch Quälerei, durch Täuschung oder durch Hypnose...,

          (2)   Massnahmen, die das Erinnerungsvermögen oder die Einsichtsfähigkeit des Beschuldigten beeinträchtigen, sind nicht gestattet.

          (3)  Das Verbot der Absätze (1) und (2) gilt ohne Rücksicht auf die Einwilligung des Beschuldigten...“

      § 69  StPO  

           (3) Die Vorschrift des § 136a gilt für die Vernehmung des Zeugen entsprechend. Dennoch ist interessant, dass auch nur sehr kurze Momente einer Situation reichen, um sich an Einzelheiten erinnern zu können. In der Vergangenheit ist es häufig geschehen, dass innerhalb polizeilicher Ermittlungsarbeit  die Hypnose dazu benutzt wurde, um durch die Anfertigung eines Phantombildes den möglichen Täter einzukreisen. Suggestivfragen sind per se nicht unzulässig, da nicht jede Form der Täuschung

    unter § 136a StPO fällt. Die Grenze  liegt bei der Benutzung /Andeutung  von Unwahrheiten. Suggestivfragen führen bei weitem nicht immer zu falschen Auskünften.  Es kommt letztlich auf den Einzelfall, die Art der  Fragestellung, die Person des Befragten und den Gegenstand der Befragung an.  Es unterliegt der freien richterlichen Beweiswürdigung, den Aussagewert und  Wahrheitsgehalt der suggestiv    erwirkten Antworten zu eruieren.

 

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